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DZPG – Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit: Forschung und Förderung 2026

Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) ist das jüngste der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung. Mit 120 Millionen Euro Förderung durch das Bundesministerium für Forschung vernetzt es sechs Standorte in Deutschland, um psychische Erkrankungen besser zu verstehen und neue Behandlungen schneller in die Versorgung zu bringen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gegründet: Januar 2024 als Deutsches Zentrum der Gesundheitsforschung (DZG)
  • Ausbauphase ab 2026 mit 120 Millionen Euro Förderung durch BMFTR
  • Sechs Standorte: Berlin-Potsdam, Bochum, Mannheim, Marburg, München, Tübingen
  • Ziel: Forschungsergebnisse schneller in die klinische Praxis überführen
  • DZPG Academy für Nachwuchsförderung und interdisziplinäre Vernetzung
Public-Health-Forschungszentrum mit Datenanalyse
Public-Health-Forschungszentrum mit Datenanalyse auf modernen Bildschirmen. Bild: KI generiert

Was ist das DZPG?

Psychische Erkrankungen gehören zu den häufigsten und gesellschaftlich belastendsten Krankheitsgruppen in Deutschland. Depressionen, Angststörungen, Schizophrenie, Suchterkrankungen und posttraumatische Belastungsstörungen betreffen Millionen Menschen und verursachen enorme persönliche sowie volkswirtschaftliche Kosten. Dennoch sind Forschung und Versorgung in diesem Bereich historisch unterfinanziert.

Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) wurde gegründet, um dieser Lücke zu begegnen. Als jüngstes Mitglied der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) bündelt es die Expertise führender Forschungsstandorte unter einem Dach. Dabei verfolgt es denselben Ansatz wie die etablierten Schwester-DZGs für Krebs, Herz-Kreislauf oder Diabetes: translationale Forschung, die Grundlagenwissen in klinische Anwendung überführt.

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär betonte zur Ausbauphase 2026: "Psychische Erkrankungen gehören zu den besonders belastenden und häufigen Volkskrankheiten. Mit dem DZPG stellen wir die Weichen für die langfristige Etablierung als führendes Zentrum für die Forschung im Bereich psychische Gesundheit."

Die sechs DZPG-Standorte und ihre Schwerpunkte

Das DZPG besteht aus sechs Partnerstandorten, die jeweils spezifische wissenschaftliche Schwerpunkte einbringen:

StandortWissenschaftlicher Fokus
Berlin-PotsdamRisiko- und Resilienzfaktoren, soziale Determinanten psychischer Gesundheit
BochumTransgenerationale Psychotherapie, Stärkung psychischer Gesundheit von Familien
Mannheim-Heidelberg-UlmFrühe traumatische Erfahrungen, neuroimmunologische Prozesse
Marburg-GießenKörperlich-mentale Wechselwirkungen, psychosomatische Gesundheit
MünchenFrühe traumatische Erlebnisse, individualisierte Interventionen
TübingenTransgenerationale psychische Gesundheit, Kinder und Jugendliche

Förderstruktur und Ausbauphase 2026

Die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung werden auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gegründet, das inzwischen als Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) firmiert. Das DZPG durchlief zunächst eine zweijährige Aufbauphase, bevor im Frühjahr 2026 die fünfjährige Ausbauphase mit einer Förderung von 120 Millionen Euro begann.

  • Aufbauphase 2024-2025: Strukturaufbau, erste Forschungsprojekte, Etablierung der Governance
  • Ausbauphase ab 2026: Intensivierung der Forschung, Vertiefung der Standortkooperationen
  • Ziel: Schnellere Überführung von Forschungsergebnissen in die Versorgungspraxis
  • Langfristig: Institutionelle Förderung nach dem Vorbild der etablierten DZGs
  • Zusätzliche Finanzierung: Einwerbung von Drittmitteln durch DFG, BMBF-Fachprogramme und EU-Projekte

Forschungsthemen und Projekte

Das DZPG gliedert seine Forschungsarbeiten in Domänen, Cluster und sogenannte Leuchtturmprojekte. Jeder Standort verfolgt eine Reihe von Forschungsprojekten, die auf diese übergeordnete Struktur einzahlen:

Beispielprojekte aus der Aufbauphase

  • UNIty (München): Vernetzung von Technologien für die psychische Gesundheit von Jugendlichen (Laufzeit Juli 2026 bis Juni 2029)
  • Transgenerationale Psychotherapie (Bochum): Stärkung der psychischen Gesundheit von Familien über Generationen
  • Neuroimmunologie (Mannheim): Charakterisierung immunologischer Prozesse beim Übergang zu psychischen Störungen

Ergänzend zur Forschung engagiert sich das DZPG in der öffentlichen Kommunikation, um das Stigma psychischer Erkrankungen abzubauen. Regelmäßige Jahrestreffen, zuletzt das DZPG-Jahrestreffen 2026 im September in München, fördern den Austausch zwischen Wissenschaft, Klinik und der Öffentlichkeit.

DZPG Academy: Nachwuchsförderung und Weiterbildung

Die DZPG Academy ist die zentrale Bildungsplattform des Zentrums. Sie bündelt Angebote für verschiedene Zielgruppen:

  • Nachwuchswissenschaftler: Strukturierte Doktorandenprogramme, Mentoring und Karriereentwicklung
  • Kliniker und Therapeuten: Fortbildungen zu neuen Forschungsergebnissen und Behandlungsansätzen
  • Interdisziplinäre Vernetzung: Gemeinsame Veranstaltungen der sechs Standorte
  • Trialogische Formate: Einbeziehung von Betroffenen und Angehörigen in den Wissenstransfer

Die Lernplattform ist über dzpg-academy.reach360.com zugänglich. Sie ermöglicht ortsunabhängige Weiterbildung und den Austausch zwischen den Standorten. Informationen zu Fördermöglichkeiten für die psychische Gesundheit auf Bundesebene finden Sie auch im Artikel zu den Bundesförderungen für mentale Gesundheit.

Einordnung in die Deutsche Gesundheitsforschungslandschaft

Das DZPG ist Teil der acht Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG), die auf Initiative des Bundesforschungsministeriums aufgebaut wurden. Zu den DZGs gehören unter anderem das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) und das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD).

Abgrenzung zum DZKJ

Das DZPG konzentriert sich auf psychische Erkrankungen über alle Altersgruppen hinweg. Das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) hingegen adressiert das gesamte Spektrum der Kinder- und Jugendmedizin. Beide Zentren kooperieren in der Erforschung psychischer Erkrankungen bei jungen Menschen.

Das DZPG ergänzt zudem die europäische Dimension: Über Horizon Europe Cluster 1 können DZPG-Standorte als starke nationale Partner in europaweite Konsortien zur Erforschung psychischer Gesundheit eintreten.

Häufige Fragen zum DZPG

Was ist das DZPG und wann wurde es gegründet?

Das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG) ist ein nationales Forschungsnetzwerk, das im Januar 2024 als jüngstes der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung (DZG) gestartet ist. Es bündelt die Forschungsexpertise von sechs Standorten, um Erkenntnisse zur psychischen Gesundheit schneller in die Versorgung zu bringen.

Wie viel Fördermittel erhält das DZPG in der Ausbauphase?

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unterstützt die fünfjährige Ausbauphase des DZPG mit rund 120 Millionen Euro. Die Ausbauphase wurde im Frühjahr 2026 offiziell gestartet.

Welche Standorte gehören zum DZPG?

Das DZPG umfasst sechs Partnerstandorte in Deutschland: Berlin-Potsdam, Bochum, Mannheim-Heidelberg-Ulm, Marburg-Gießen, München und Tübingen. Jeder Standort deckt spezifische Forschungsschwerpunkte ab.

Was ist die DZPG Academy?

Die DZPG Academy ist die zentrale Plattform des DZPG für Fort- und Weiterbildung, Karriere- und Nachwuchsförderung sowie für interdisziplinäre Vernetzung. Sie richtet sich an Wissenschaftler, Kliniker und Nachwuchsforschende aus dem Bereich psychische Gesundheit.

Welche Erkrankungen stehen im Fokus der DZPG-Forschung?

Das DZPG erforscht das gesamte Spektrum psychischer Erkrankungen über die Lebensspanne: Depressionen, Angststörungen, Psychosen, Suchterkrankungen, posttraumatische Belastungsstörungen und psychische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch der transgenerationalen Weitergabe psychischer Belastungen.

Wie kann ich als Patient oder Angehöriger vom DZPG profitieren?

Das DZPG forscht an besseren Diagnose-, Behandlungs- und Präventionsmethoden. Mittelbar profitieren Betroffene, wenn neue Erkenntnisse in die Regelversorgung einfließen. Darüber hinaus bietet das DZPG über seine Lernplattform und öffentliche Kommunikation Wissensvermittlung zu psychischen Erkrankungen an.

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