Informatik und digitale Medien gehören in vielen Bundesländern noch nicht flächendeckend zum Pflichtfach. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an digitale Kompetenzen sowohl in der Ausbildung als auch im Beruf stetig. Die Hopp Foundation setzt genau hier an: Sie fördert Schulen in der Metropolregion Rhein-Neckar dabei, digitale Unterrichtskonzepte einzuführen, Lehrkräfte weiterzubilden und die technische Ausstattung zu verbessern.
Herzstück der Arbeit der Stiftung ist ein vielfältiges Workshop-Angebot für Lehrerinnen und Lehrer, schulische Führungskräfte sowie Schülerinnen und Schüler. Dieses wird durch finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung von Hardware, praxisorientiertes Unterrichtsmaterial und Begleitung während schulischer Transformationsprozesse ergänzt.
Im Folgenden erfahren Sie, welche Schulen antragsberechtigt sind, welche Leistungen konkret angeboten werden und wie Sie als Schule den ersten Schritt gehen können.
Was ist die Hopp Foundation?
Die Hopp Foundation for Computer Literacy & Informatics wurde 2013 von Oliver Hopp gegründet. Ihr Stiftungssitz befindet sich im ehemaligen Notariatsgebäude im Herzen Weinheims. Von dort aus werden Workshops veranstaltet, Materialien entwickelt und Schulen in der Region begleitet.
Der satzungsgemäße Gesellschaftszweck der Stiftung umfasst die Förderung der schulischen Ausbildung auf den Gebieten der Informatik, der Wirtschaftsinformatik, der Robotik und des computergestützten Arbeitens in den Naturwissenschaften. Konkret bedeutet das: Schulen werden bei der Anschaffung von Hard- und Software unterstützt, Lehrkräfte erhalten Fortbildungen und Schülerinnen und Schüler nehmen an praxisnahen Workshops teil.
Nicht identisch mit der Dietmar Hopp Stiftung
Die Hopp Foundation und die Dietmar Hopp Stiftung sind zwei verschiedene Organisationen. Die Dietmar Hopp Stiftung ist ebenfalls in der Region aktiv und hat im Februar 2026 angekündigt, mit 30 Millionen Euro Schulen bei Bewegungskonzepten, aktiven Pausen und Schulhof-Sanierungen zu fördern. Beide Stiftungen haben unterschiedliche Förderschwerpunkte und eigene Antragsverfahren.
Wer wird gefördert und welche Schulen sind berechtigt?
Gefördert werden Schulen, die in der schulischen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen tätig sind und in der Metropolregion Rhein-Neckar liegen. Die Förderregion umfasst Teile der Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen, konkret das Gebiet rund um Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen, Weinheim und die benachbarten Landkreise.
Das Angebot richtet sich an Grund- und weiterführende Schulen aller Schulformen. Für die Ausstattungsförderung gilt als Voraussetzung, dass die Schule ein pädagogisch-technisches Konzept für den Einsatz der beantragten Mittel erarbeitet hat.
Projektbezogene Förderung
Die Förderungen sind projektbezogen und zeitlich begrenzt. Institutionelle Förderungen und langfristige, laufende Förderungen sind nach den Förderrichtlinien nicht möglich. Im Antrag sollte angegeben werden, wie die Anschlussfinanzierung nach Ende der Förderung gesichert ist.
Leistungsübersicht der Hopp Foundation
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die vier Hauptbereiche der Förderung:
| Förderbereich | Leistung | Zielgruppe |
|---|---|---|
| Workshops Lehrkräfte | Fortbildungen zu Informatik, Medienbildung, neuen Lernformaten | Lehrerinnen und Lehrer an Grund- und weiterführenden Schulen |
| Workshops Schüler | Praxisnahe Angebote zu Programmieren, Robotik, KI und Medienkompetenz | Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen |
| Ausstattungsförderung | Tablets, Informatik-Hardware für AGs und NwT-Unterricht | Schulen mit pädagogisch-technischem Konzept |
| Unterrichtsmaterial | Kostenlose Materialien zum Bestellen und Downloaden | Lehrkräfte für den Einsatz im Unterricht |
| Schulentwicklung | Design-Thinking-Projekte, Pädagogische Tage, eduScrum-Einführung | Schulgemeinschaft und Kollegien |
| KI-Wegweiser | Leitfaden zum EU AI Act für Schulen, gültig ab Februar 2025 | Schulleitungen und KI-koordinierende Lehrkräfte |
Workshops für Lehrkräfte: Präsenz und Online
Das Workshop-Angebot der Hopp Foundation ist in verschiedene Bereiche gegliedert: Informatik, Medienbildung und neue Lernformate. Innerhalb dieser Bereiche gibt es Grundlagen- und Vertiefungsworkshops sowie fachunabhängige und fachspezifische Angebote.
Besonderes Merkmal der Fortbildungen: Die meisten werden von aktiven Lehrkräften durchgeführt. Das sorgt für einen engen Praxisbezug und ermöglicht einen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Schulen der Region. Die Fortbildungen finden sowohl in Präsenz am Stiftungssitz in Weinheim als auch online statt.
Thematische Schwerpunkte der Fortbildungen:
- Einsatz digitaler Medien im Unterricht: Neue Ansätze und Anwendungsbeispiele
- Informatik-Grundlagen für Lehrkräfte ohne Vorkenntnisse – fächerübergreifend einsetzbar
- Programmieren und algorithmisches Denken für verschiedene Altersstufen
- Robotik und technische Systeme im Schulunterricht
- Künstliche Intelligenz: Grundlagen, EU AI Act und Unterrichtseinsatz
- Design Thinking und eduScrum als innovative Lernformate
Hopp Online-Wochen: Viermal im Jahr Fortbildung
Viermal im Jahr, jeweils in den ersten beiden vollen Wochen eines Quartals, veranstaltet die Hopp Foundation ihre Online-Wochen. In diesem Format können Lehrkräfte aus ganz Deutschland (nicht nur aus der Metropolregion) an Fortbildungen teilnehmen, die sich verstärkt dem Einsatz digitaler Medien im Unterricht widmen.
Die Termine werden rund vier Wochen vor Beginn auf der Webseite der Hopp Foundation veröffentlicht und sind dort direkt buchbar. Die Teilnahme ist für Lehrkräfte kostenlos.
Online-Angebote auch für Lehrkräfte außerhalb der Förderregion
Während die Ausstattungsförderung und Präsenz-Workshops auf die Metropolregion Rhein-Neckar beschränkt sind, stehen die Online-Workshops und das kostenlose Unterrichtsmaterial zum Download bundesweit zur Verfügung.
Ausstattungsförderung: So beantragen Sie Unterstützung für Ihre Schule
Schulen in der Metropolregion Rhein-Neckar, die Unterstützung bei der Anschaffung technischer Ausstattung beantragen möchten, gehen folgende Schritte:
- 1
Konzept erarbeiten
Entwickeln Sie gemeinsam im Kollegium ein pädagogisch-technisches Konzept. Es beschreibt, wie die beantragte Ausstattung im Unterricht eingesetzt werden soll, konkret und nachvollziehbar.
- 2
Förderantrag ausfüllen
Das Antragsformular finden Sie auf den Förderseiten der Hopp Foundation unter hopp-foundation.de/foerderrichtlinen. Halten Sie die notwendigen Unterlagen bereit und halten Sie diese auf das Wesentliche begrenzt.
- 3
Anschlussfinanzierung klären
Geben Sie im Antrag an, wie die Finanzierung nach Ende der Projektförderung gesichert ist, zum Beispiel durch Eigenmittel der Schule, kommunale Träger oder andere Förderprogramme.
- 4
Antrag einreichen
Senden Sie den vollständigen Antrag mit den erforderlichen Dokumenten an die Hopp Foundation. Kürzen Sie den Unterlagenumfang auf das Notwendige, um den beiderseitigen Verwaltungsaufwand zu reduzieren.
- 5
Bewilligung und Umsetzung
Nach positiver Prüfung erhalten Sie eine Bewilligung. Die geförderte Ausstattung ist zeitnah einzusetzen (Gebot der zeitnahen Mittelverwendung).
Ergänzende Fördermöglichkeiten für Schulen
Die Hopp Foundation ist spezialisiert auf digitale Bildung in der Metropolregion Rhein-Neckar. Für Schulen und Familien außerhalb dieser Region oder mit anderen Förderbedarfen gibt es weitere Instrumente.
Für Schülerinnen und Schüler aus Familien mit geringen Einkommen bieten die Leistungen für Bildung und Teilhabe (Bildungspaket) einen Zugang zu Schulausflügen, Mittagessen in der Schule und soziokultureller Teilhabe. Das Bildungspaket wird bundesweit gewährt und ist nicht auf bestimmte Regionen begrenzt.
Jugendliche, die im Übergang von der Schule in den Beruf Orientierung suchen, finden im Artikel zu PraxisBO – Praxisorientierte Berufsorientierung Informationen zu einem Bundeslandprogramm, das in Brandenburg Berufsorientierung an Sekundarstufenschulen stärkt.
Regionale Beschränkung beachten
Die Ausstattungsförderung und die Präsenz-Workshops der Hopp Foundation sind ausschließlich für Schulen in der Metropolregion Rhein-Neckar zugänglich. Schulen außerhalb dieser Region können das kostenlose Unterrichtsmaterial zum Download nutzen und an den Online-Wochen teilnehmen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Hopp Foundation und wer steht dahinter?
Die Hopp Foundation for Computer Literacy & Informatics wurde 2013 von Oliver Hopp in Weinheim gegründet. Ihr Ziel ist es, Informatik und Medienbildung an Schulen in der Metropolregion Rhein-Neckar zu stärken. Die Stiftung ist nicht identisch mit der Dietmar Hopp Stiftung, die ebenfalls in der Region aktiv ist und unter anderem mit 30 Millionen Euro Schulen bei Bewegungskonzepten und Schulhof-Sanierungen unterstützt.
Welche Schulen können von der Hopp Foundation gefördert werden?
Gefördert werden Schulen, die in der schulischen Ausbildung von Kindern und Jugendlichen tätig sind und ihren Standort in der Metropolregion Rhein-Neckar haben. Die Förderregion umfasst Teile von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen rund um Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen.
Welche konkreten Leistungen bietet die Hopp Foundation?
Die Hopp Foundation bietet kostenlose Workshops für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler, Unterstützung bei der Anschaffung technischer und medienpädagogischer Ausstattung (Tablets, Informatik-Hardware), kostenloses Unterrichtsmaterial sowie die Durchführung von Design-Thinking-Projekten und Pädagogischen Tagen an Schulen.
Wie kann eine Schule einen Antrag auf Ausstattungsförderung stellen?
Schulen, die Unterstützung bei der Anschaffung technischer Ausstattung beantragen möchten, müssen zuvor ein pädagogisch-technisches Konzept für den Einsatz dieser Mittel erarbeiten. Der Antrag sollte Auskunft über Anschlussfinanzierungen geben. Institutionelle Förderungen und langfristige, laufende Förderungen sind nicht möglich; die Förderungen sind projektbezogen und zeitlich begrenzt.
Was sind die Hopp Online-Wochen?
Viermal im Jahr, jeweils in den ersten beiden vollen Wochen im Quartal, veranstaltet die Hopp Foundation Online-Wochen für Lehrkräfte. Dabei können Lehrerinnen und Lehrer an Fortbildungen zu digitalen Medien im Unterricht teilnehmen. Die Termine werden rund vier Wochen vor Beginn veröffentlicht und sind auf der Webseite der Hopp Foundation buchbar.
Gibt es auch Angebote zu Künstlicher Intelligenz (KI)?
Ja. Die Hopp Foundation hat unter anderem einen KI-Wegweiser für Schulen entwickelt. Relevant ist dabei der EU AI Act, dessen für Schulen besonders relevanter Teil seit Februar 2025 gilt. Die Stiftung bietet dazu Fortbildungen und Informationsmaterialien an, die Lehrkräfte auf die neuen Anforderungen vorbereiten.
Verwandte Förderungen
Quellen: Hopp Foundation for Computer Literacy & Informatics (hopp-foundation.de), Förderrichtlinien der Hopp Foundation, SWR Aktuell (Februar 2026) zur Dietmar Hopp Stiftung.
