KiTZ Heidelberg: Das Hopp-Kindertumorzentrum als Vorbild translationaler Krebsforschung
Das Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ) ist eine der modernsten Einrichtungen für Kinderonkologie in Europa. Als gemeinsame Einrichtung des Universitätsklinikums Heidelberg, der Universität Heidelberg und des DKFZ verbindet es Grundlagenforschung, klinische Studien und Patientenversorgung unter einem Dach. Dieser Artikel erklärt die Struktur, Forschungsprogramme und Bedeutung des KiTZ.
Das Wichtigste in Kürze
- Träger: UKHD, Universität Heidelberg, DKFZ – nach dem Modell der US-amerikanischen Comprehensive Cancer Centers
- Rund 2.000 Patientenkontakte/Jahr in der Kinderonkologie
- Neubau im Neuenheimer Feld 672: Spatenstich September 2022, rund 6.900 m²
- Finanzierung: 20 Mio. Euro Dietmar Hopp Stiftung, öffentliche Forschungsmittel
- Drei Programme: Forschung, Clinical Trial Unit, Klinische Versorgung

Das Konzept des KiTZ: Translationsmedizin in der Kinderonkologie
Jährlich erkranken in Deutschland rund 2.000 Kinder und Jugendliche an Krebs. Obwohl die Heilungsraten in der Kinderonkologie in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gestiegen sind und heute bei über 80 Prozent liegen, bleibt Krebs bei Kindern die häufigste krankheitsbedingte Todesursache im Kindesalter. Bestehende Therapien sind oft noch mit erheblichen Langzeitnebenwirkungen verbunden.
Das KiTZ verfolgt den Ansatz der Translationalen Medizin: Erkenntnisse aus der molekularen Grundlagenforschung sollen direkt und schnell in neue diagnostische oder therapeutische Ansätze für Patienten überführt werden. Dieser Ansatz wird in Deutschland "bench-to-bedside" genannt, also vom Labor ans Krankenbett.
Das Zentrum ist als zertifiziertes Kinderonkologisches Zentrum der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) anerkannt und Teil des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK). Beides unterstreicht die hohen Qualitätsstandards in Forschung und Versorgung.
Die drei Säulen des KiTZ
Das KiTZ ist auf drei eng verzahnte Programme aufgebaut, die gemeinsam den translationalen Ansatz verwirklichen:
- KiTZ Forschungsprogramm: Präklinische und translationale Krebsforschung am DKFZ und der Universität Heidelberg. Schwerpunkte sind molekulare Diagnostik, Immuntherapie und die Entschlüsselung von Resistenzmechanismen.
- KiTZ Clinical Trial Unit: Koordination klinischer Studien für Kinder mit Krebs und schweren Bluterkrankungen. Sie ermöglicht die systematische Prüfung neuer Behandlungsansätze in kontrollierten klinischen Studien.
- KiTZ Klinisches Programm: Umfassende Versorgung krebskranker Kinder und Jugendlicher am UKHD. Rund 250 Fachkräfte aus Medizin, Pflege, Psychologie und anderen Disziplinen arbeiten hier zusammen.
KiTZ im Vergleich: Kennzahlen auf einen Blick
| Merkmal | Kennzahl |
|---|---|
| Patientenkontakte/Jahr | Rund 2.000 |
| Stationäre Betten (Neubau) | 24 vollstationär + 12 tagesklinisch |
| Mitarbeitende | Rund 250 (Ärzte, Forscher, Pflege, Psychologen u. a.) |
| Neubaufläche | Rund 6.900 m² |
| Förderung Neubau Hopp Stiftung | 20 Millionen Euro |
| Gründungsjahr | 2017 |
Der KiTZ-Neubau: Forschung und Klinik unter einem Dach
Am 22. September 2022 fiel der Startschuss für das neue Forschungs- und Therapiegebäude des KiTZ im Neuenheimer Feld 672 in Heidelberg. Der Neubau wurde von der Dietmar Hopp Stiftung und der Gerda Tschira Stiftung gemeinsam finanziert. Gleichzeitig beteiligte sich das Land Baden-Württemberg mit öffentlichen Mitteln.
Das Gebäude mit rund 6.900 Quadratmetern Nutzfläche soll alle kinderonkologischen Aktivitäten am Campus Heidelberg vereinen: von der präklinischen Forschung im DKFZ über klinische Studien bis zur stationären und ambulanten Patientenversorgung. Mit 24 vollstationären und 12 tagesklinischen Betten wird die Kapazität gegenüber dem bisherigen Betrieb deutlich ausgebaut.
Internationale Auszeichnung für das KiTZ
Im März 2026 erhielt KiTZ-Direktor Stefan Pfister den Forschungspreis des Universitäts-Kinderspitals Zürich und der Thomas und Doris Ammann Stiftung. Dies unterstreicht die internationale Sichtbarkeit und Qualität der Heidelberger Kinderonkologie.
Unterstützung für betroffene Familien
Familien mit krebskranken Kindern stehen vor enormen organisatorischen und finanziellen Herausforderungen. Am KiTZ arbeiten neben Ärzten und Pflegekräften auch Psychologen, Erzieher und Sozialdienste, die Familien während der Behandlung begleiten.
- Sozialdienst des UKHD: Unterstützung bei Behördengängen, Pflegegeldanträgen und Beratung zu finanziellen Hilfen
- Psychologische Begleitung: Für Kinder, Eltern und Geschwister während der gesamten Behandlungszeit
- Klinikschule Heidelberg: Ermöglicht erkrankten Kindern, den Schulanschluss während der Behandlung zu halten
- Kinderkrankengeld: Eltern krebskranker Kinder haben Anspruch auf erweiterte Leistungen; die genauen Regelungen finden Sie im Artikel über das Kinderkrankengeld
Eltern, die ihr Kind am KiTZ behandeln lassen und selbst berufstätig sind, haben unter Umständen Anspruch auf Kinderkrankengeld für schwerstkranke Kinder nach §45 SGB V, das deutlich über die Standard-Regelung hinausgeht.
KiTZ und das DKTK-Netzwerk
Das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) vernetzt 8 Standorte in Deutschland. Der Heidelberger Standort mit KiTZ und NCT (Nationales Centrum für Tumorerkrankungen) ist einer der führenden. Durch das Netzwerk können Patientendaten, Biobank-Proben und Forschungskapazitäten übergreifend genutzt werden.
Ergänzend dazu bietet die Dietmar Hopp Stiftung Einrichtungen wie dem KiTZ die Möglichkeit, Strukturförderung für Baumaßnahmen und Infrastrukturprojekte einzuwerben, die über staatliche Förderprogramme nicht abgedeckt werden.
Häufige Fragen zum KiTZ Heidelberg
Was bedeutet KiTZ und was ist das Ziel des Zentrums?
KiTZ steht für Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg. Das Zentrum hat das Ziel, durch die enge Verbindung von Forschung und Klinik maßgeschneiderte Ansätze für eine bessere Diagnostik und Behandlung krebskranker Kinder zu entwickeln. Es soll Forschungsergebnisse möglichst schnell in die Patientenversorgung überführen.
Wer trägt das KiTZ?
Das KiTZ ist eine gemeinsame Einrichtung des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Es ist nach dem Modell der amerikanischen Comprehensive Cancer Centers aufgebaut.
Wie viele Patienten werden am KiTZ behandelt?
Das KiTZ verzeichnet rund 2.000 Patientenkontakte pro Jahr in der Kinderonkologie, stationär, tagesklinisch und ambulant. Im Neubau sind 24 vollstationäre Betten und zwölf tagesklinische Betten vorgesehen.
Was bietet die KiTZ Clinical Trial Unit?
Die KiTZ Clinical Trial Unit koordiniert klinische Studien in der Kinderonkologie. Sie ermöglicht, neue Behandlungsansätze, die in der präklinischen Forschung am DKFZ entwickelt wurden, systematisch in klinischen Prüfungen zu erproben. Dies beschleunigt den Weg von der Entdeckung zur Behandlung.
Wo befindet sich das KiTZ und wann wurde der Neubau eröffnet?
Das KiTZ befindet sich im Neuenheimer Feld in Heidelberg. Der Spatenstich für den Neubau im Neuenheimer Feld 672 fand am 22. September 2022 statt. Der Neubau schafft auf rund 6.900 Quadratmetern Fläche Platz für Forschung, Klinik und Ambulanzen.
Was ist das DKTK und welche Rolle spielt das KiTZ dort?
Das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) vernetzt führende Krebsforschungszentren in Deutschland, darunter auch den Heidelberger Standort. Das KiTZ ist Teil dieses Netzwerks und profitiert vom deutschlandweiten Austausch klinischer und wissenschaftlicher Expertise.
Offizielle Quellen: KiTZ Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg | Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK)