Stiftungsförderung

Dietmar Hopp Stiftung: Förderung von Krebstherapien und medizinischer Forschung

Die Dietmar Hopp Stiftung zählt zu den bedeutendsten privaten Förderern der medizinischen Forschung in Deutschland. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Krebstherapie, insbesondere in der Kinderonkologie. Das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ Heidelberg ist das sichtbarste Ergebnis dieses Engagements. Dieser Artikel erklärt, was die Stiftung fördert, wie das KiTZ aufgebaut ist und welche öffentlichen Programme ergänzend wirken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Stiftung mit Sitz in St. Leon-Rot, gegründet von SAP-Mitgründer Dietmar Hopp
  • 20 Mio. Euro für den KiTZ-Neubau am Universitätsklinikum Heidelberg
  • KiTZ: gemeinsame Einrichtung von UKHD, Universität Heidelberg und DKFZ
  • Rund 2000 Patientenkontakte pro Jahr in der Kinderonkologie
  • Förderantrag durch direkte Kontaktaufnahme mit der Stiftung
Krebsforschungslabor mit Immuntherapie-Forschung
Krebsforschungslabor mit fortschrittlicher Immuntherapie-Forschung und fokussierter wissenschaftlicher Arbeit. Bild: KI generiert

Die Dietmar Hopp Stiftung im Überblick

Die Dietmar Hopp Stiftung wurde von Dietmar Hopp, einem der Mitgründer des Softwareunternehmens SAP, ins Leben gerufen. Mit Sitz in St. Leon-Rot in Baden-Württemberg ist sie eine der großen deutschen gemeinnützigen Stiftungen und engagiert sich in den Bereichen Sport, Soziales und Medizin.

Im medizinischen Bereich liegt der Förderschwerpunkt auf der Krebsforschung, insbesondere auf innovativen Therapieverfahren für Kinder und Jugendliche. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 2.000 Kinder und Jugendliche an Krebs. Obwohl die Heilungsraten in den vergangenen Jahrzehnten erheblich gestiegen sind, bleibt die Entwicklung besserer und weniger toxischer Therapien eine dringende wissenschaftliche Aufgabe.

Die Stiftung finanziert bevorzugt Strukturen und Infrastruktur, also den Auf- und Ausbau von Forschungs- und Behandlungseinrichtungen, die langfristig wirken. Das KiTZ in Heidelberg ist das Paradebeispiel dieser Strategie.

Das KiTZ Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg

Das Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ) ist eine gemeinsame Einrichtung des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Es verfolgt den Ansatz der "Comprehensive Cancer Centers" (CCC) nach amerikanischem Vorbild und verbindet Grundlagenforschung, translationale Forschung und klinische Versorgung unter einem Dach.

Rund 250 Forscher, Ärzte, Pflegekräfte und weitere Fachkräfte arbeiten am KiTZ. Das Zentrum verzeichnet jährlich rund 2.000 Patientenkontakte in der Kinderonkologie. Im September 2022 fiel der Startschuss für den Neubau im Neuenheimer Feld, der auf rund 6.900 Quadratmetern Forschungs- und Behandlungsräume schafft.

Im geplanten Neubau sind 24 vollstationäre Betten und zwölf tagesklinische Betten vorgesehen. Alle präklinischen und klinischen Forschungseinheiten für Kinderonkologie und -hämatologie aus DKFZ und UKHD werden in das neue Gebäude einziehen. Der Neubau wurde von der Dietmar Hopp Stiftung und der Gerda Tschira Stiftung gemeinsam finanziert.

Drei Programme des KiTZ

ProgrammSchwerpunktZiel
KiTZ ForschungsprogrammTranslationale KrebsforschungGrundlagen für neue Therapien legen
KiTZ Clinical Trial UnitKlinische StudienNeue Behandlungen am Patienten erproben
KiTZ Klinisches ProgrammPatientenversorgungBestmögliche Behandlung sicherstellen

Förderung durch die Hopp Stiftung: Voraussetzungen und Verfahren

Die Dietmar Hopp Stiftung vergibt ihre Fördermittel projektbasiert und auf Initiative der Stiftung selbst oder nach persönlicher Kontaktaufnahme. Es gibt kein öffentliches Ausschreibungsverfahren mit festen Bewerbungsfristen, wie dies bei staatlichen Förderprogrammen der Fall ist.

  • Antragsberechtigte: Gemeinnützige Einrichtungen, Forschungsinstitute und Universitätskliniken
  • Förderbereich Medizin: Krebsforschung, Kinderonkologie, innovative Therapieverfahren
  • Förderform: Projektförderung und Strukturförderung (Bau, Infrastruktur)
  • Regionale Ausrichtung: Schwerpunkt in der Metropolregion Rhein-Neckar, bundesweite Projekte möglich
  • Antragstellung: Direkte Kontaktaufnahme mit der Stiftung; kein öffentliches Online-Portal

Wichtiger Hinweis

Die Dietmar Hopp Stiftung fördert keine Einzelpersonen. Förderanträge sind ausschliesslich von Institutionen einzureichen. Privatpersonen, die finanzielle Unterstützung bei schwerer Erkrankung ihrer Kinder suchen, sollten sich an das Kinderkrankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung oder an die Sozialdienste des behandelnden Krankenhauses wenden.

Weitere Fördermöglichkeiten in der Krebsforschung

Neben der Hopp Stiftung existieren in Deutschland mehrere staatliche und halbstaatliche Förderprogramme für die Krebsforschung, die von Forschungseinrichtungen genutzt werden können:

  • Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ): Institutionelle Förderung durch Bund und Land
  • Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK): Vernetzung von Krebsforschungszentren
  • Deutsche Krebshilfe: Projektförderung für klinische und Grundlagenforschung
  • EU-Krebsmission: Gezielte Förderung im Rahmen von Horizon Europe für europaweite Krebsprojekte
  • DFG-Sonderforschungsbereiche: Grundlagenforschung an Universitäten mit onkologischem Fokus

Das KiTZ profitiert von mehreren dieser Förderquellen gleichzeitig: Es ist als zertifiziertes Kinderonkologisches Zentrum der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) anerkannt und ist Teil des DKTK-Netzwerkes. Damit bündelt es private Stiftungsförderung und öffentliche Mittel in einer einzigartigen Weise. Mehr zum translationalen Ansatz lesen Sie im Artikel über das KiTZ Heidelberg.

Weitere medizinische Förderprojekte der Hopp Stiftung

Über das KiTZ hinaus fördert die Dietmar Hopp Stiftung weitere medizinische Projekte. Dazu gehört unter anderem die Förderung der Fertilitätsprotektion junger Krebspatientinnen am Universitätsklinikum Heidelberg. Durch den Aufbau eines Kryolagers können Betroffene vor intensiver Krebstherapie Keimzellen einfrieren lassen, um späterhin biologisch eigene Kinder bekommen zu können.

Die Stiftung unterstützt außerdem Wissenschaftspreise und Nachwuchsförderung. Im Jahr 2026 wurde der Direktor des KiTZ, Stefan Pfister, mit dem Forschungspreis des Universitäts-Kinderspitals Zürich ausgezeichnet, was die internationale Sichtbarkeit des Zentrums unterstreicht.

Jährliche Benefizaktion

Das KiTZ führt jährlich eine Benefizkampagne durch, bei der Blumen zugunsten krebskranker Kinder gekauft und verschenkt werden können. Die Aktion "Blumen schenken. Hoffnung spenden." findet regelmäßig im Frühjahr statt und trägt zur Öffentlichkeitsarbeit für die Kinderonkologie bei.

Private und öffentliche Förderung im Zusammenspiel

Das Beispiel der Hopp Stiftung und des KiTZ zeigt, wie private Stiftungsförderung und öffentliche Mittel wirksam kombiniert werden können. Während die Stiftung große Einzelinvestitionen wie Baumaßnahmen ermöglicht, sichern öffentliche Forschungsförderungen von BMBF, DFG und EU die laufende wissenschaftliche Arbeit.

Für Forschungseinrichtungen, die ähnliche Kooperationsmodelle anstreben, lohnt sich der Blick auf die europäische Ebene. Das Horizon-Europe-Programm Cluster 1 bietet im Rahmen der Krebsmission gezielte europaweite Kofinanzierungsmöglichkeiten für translationale Onkologieprojekte.

Häufige Fragen zur Hopp Stiftung Krebstherapien

Was ist die Dietmar Hopp Stiftung und was fördert sie im Medizinbereich?

Die Dietmar Hopp Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in St. Leon-Rot (Baden-Württemberg). Im Medizinbereich fördert sie schwerpunktmäßig die Krebsforschung, insbesondere in der Kinderonkologie, sowie innovative Diagnostik- und Therapieverfahren. Das KiTZ Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg ist das prominenteste Beispiel dieser Förderung.

Wie viel hat die Dietmar Hopp Stiftung in das KiTZ investiert?

Die Dietmar Hopp Stiftung hat das KiTZ mit rund 20 Millionen Euro für den Bau des neuen Forschungs- und Therapiegebäudes unterstützt. Zusammen mit der Gerda-Tschira-Stiftung finanzierte sie den Neubau im Neuenheimer Feld in Heidelberg, der 2022 mit dem Spatenstich begann.

Wer kann sich bei der Hopp Stiftung um Förderung bewerben?

Förderungen werden überwiegend an Einrichtungen und Institutionen vergeben, nicht an Einzelpersonen. Geförderte Organisationen müssen gemeinnützige Ziele verfolgen. Eine Bewerbung erfolgt durch direkte Kontaktaufnahme mit der Stiftung; es gibt kein öffentliches Ausschreibungsverfahren.

Was ist das Hopp-Kindertumorzentrum KiTZ?

Das KiTZ (Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg) ist eine gemeinsame Einrichtung des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Es vereint Kinderonkologie, Forschung und klinische Versorgung unter einem Dach nach dem Vorbild amerikanischer Comprehensive Cancer Centers.

In welchen weiteren Bereichen ist die Hopp Stiftung medizinisch aktiv?

Neben der Kinderonkologie fördert die Stiftung auch die Fertilitätsprotektion junger Krebspatienten, innovative Behandlungsmethoden am Universitätsklinikum Heidelberg sowie weitere medizinische Forschungsprojekte in der Region Metropolregion Rhein-Neckar.

Gibt es öffentliche Förderprogramme ergänzend zur Hopp-Stiftung für Krebsforschung?

Ja. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und das Deutsche Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) werden durch das Bundesministerium für Forschung gefördert. Ergänzend bietet Horizon Europe im Rahmen der EU-Krebsmission europaweite Forschungsförderung. Beide ergänzen privatwirtschaftliche Stiftungsförderungen.

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