Partizipation & Inklusion Aktualisiert Mai 2026

Jugend macht Politik – Hessisches Aktionsprogramm für politische Teilhabe 2026–2028

Auf einen Blick

Das hessische Aktionsprogramm Jugend macht Politik – Partizipation ermöglichen fördert von Juli 2026 bis Dezember 2028 innovative Projekte zur politischen Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in der außerschulischen Jugendbildung. Das Gesamtbudget beträgt bis zu 1.200.000 Euro. Rechtsgrundlage ist § 39 HKJGB.

Jugendliche bei einer Diskussionsrunde im Jugendparlament
Das hessische Aktionsprogramm „Jugend macht Politik" stellt bis zu 1,2 Millionen Euro bereit, um Kindern und Jugendlichen demokratische Beteiligung zu ermöglichen. Bild: KI generiert

Jugendliche haben Meinungen und Ideen – aber häufig fehlen die Strukturen und Räume, um diese in die Gesellschaft einzubringen. Das hessische Aktionsprogramm "Jugend macht Politik" will diese Lücke schließen: Seit dem Jahr 2000 fördert das Land Hessen die politische und gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen durch mehrjährige Aktionsprogramme.

Die neue Förderperiode 2026–2028 steht unter dem Titel "Jugend macht Politik – Partizipation ermöglichen" und setzt besondere Schwerpunkte auf inklusive Beteiligungsformate, kommunale Mitwirkung und die Stärkung des demokratischen Selbstverständnisses junger Menschen.

Hintergrund: Jugendpartizipation in Hessen seit 2000

Hessen ist eines der wenigen Bundesländer, das die Förderung politischer Beteiligung junger Menschen gesetzlich verankert hat. § 39 Abs. 2 des Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuchs (HKJGB) bildet die rechtliche Grundlage für die Aktionsprogramme.

Die Förderprogramme werden wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Die Erkenntnisse aus früheren Förderperioden fließen direkt in die Gestaltung der neuen Programm ein. So konnten Beteiligungsformate stetig weiterentwickelt und an neue gesellschaftliche Herausforderungen angepasst werden.

Förderperiode 2026–2028

Die aktuelle Förderperiode läuft vom 1. Juli 2026 bis zum 31. Dezember 2028. Das Gesamtbudget beträgt bis zu 1.200.000 Euro. Der Förderaufruf richtet sich an Träger der außerschulischen Jugendbildung in Hessen. Zuständig ist das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales.

Ziele und Schwerpunkte des Programms

Der Programmtitel "Jugend macht Politik – Partizipation ermöglichen" bringt die zentralen Anliegen der Förderperiode 2026–2028 auf den Punkt. Gefördert werden Projekte, die:

  • Junge Menschen befähigen, ihr eigenes Lebensumfeld aktiv und kreativ mitzugestalten
  • Vielfältige Partizipationserfahrungen ermöglichen und das demokratische Selbstverständnis stärken
  • Inklusive Beteiligungsstrukturen schaffen, die junge Menschen mit und ohne Behinderung einbeziehen
  • Innovative Ansätze zur außerschulischen Jugendbildung erproben und wissenschaftlich auswerten
  • Den Anspruch auf Beteiligung und Teilhabe junger Menschen an Politik und Gesellschaft umsetzen
  • Kommunale Partizipationsprojekte fördern, die lokale Demokratie stärken

Wer kann das Programm beantragen?

Der Förderaufruf richtet sich gezielt an Träger der außerschulischen Jugendbildung in Hessen. Folgende Trägergruppen kommen typischerweise in Frage:

TrägergruppeBeispieleBesonderheiten
JugendverbändePfadfinder, Sportjugend, JugendringErfahrung in der außerschulischen Jugendarbeit erforderlich
WohlfahrtsverbändeAWO, DRK, Caritas, DiakonieLandesweite oder regionale Strukturen von Vorteil
Freie TrägerJugendzentren, KultureinrichtungenGemeinnützigkeit und Erfahrung in der Jugendarbeit
Kommunale TrägerJugendämter, GemeindenKooperationen mit freien Trägern möglich

Wissenschaftliche Begleitung als Pflicht

Das Programm sieht ausdrücklich eine wissenschaftliche Begleitung und Evaluation vor. Geförderte Träger müssen sich an Evaluationsmaßnahmen beteiligen und ihre Ergebnisse dokumentieren. Das gewonnene Wissen fließt in zukünftige Programmgestaltungen ein.

Antragstellung und Ablauf

Der Förderaufruf für die Periode 2026–2028 wurde vom Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales veröffentlicht. Interessierte Träger können den vollständigen Förderaufruf und die Antragsunterlagen beim Ministerium anfordern.

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    1. Förderaufruf prüfen

    Laden Sie den aktuellen Förderaufruf herunter und prüfen Sie die spezifischen Anforderungen für die Förderperiode 2026–2028.

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    2. Projektkonzept entwickeln

    Beschreiben Sie Ihr Vorhaben, die Zielgruppe, die geplanten Maßnahmen und den innovativen Charakter des Projekts. Die wissenschaftliche Begleitung ist bereits einzuplanen.

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    3. Antrag einreichen

    Reichen Sie Ihren vollständigen Antrag fristgerecht beim zuständigen Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales ein.

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    4. Fachliche Prüfung

    Das Ministerium prüft alle eingegangenen Anträge. Gegebenenfalls werden Rückfragen gestellt oder ergänzende Unterlagen angefordert.

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    5. Durchführung und Evaluation

    Nach Bewilligung beginnt die Projektdurchführung. Regelmäßige Berichte und die aktive Beteiligung an der wissenschaftlichen Evaluation sind verpflichtend.

Nur Hessen-weite Träger

Das Aktionsprogramm richtet sich ausschliesslich an Träger, die in Hessen tätig sind. Organisationen aus anderen Bundesländern können dieses Programm nicht beantragen, aber auf vergleichbare Landesprogramme zurückgreifen.

Jugendpartizipation bundesweit: Weitere Fördermöglichkeiten

Neben dem hessischen Aktionsprogramm gibt es in Deutschland zahlreiche weitere Möglichkeiten, politische Bildung und Jugendpartizipation zu fördern.

Das Bundesprogramm Demokratie leben! des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) fördert bundesweit Projekte für Demokratie und Vielfalt. Der Kinder- und Jugendplan des Bundes unterstützt die Arbeit von Jugendverbänden und Jugendringen.

Für benachteiligte junge Menschen bietet das Bundesförderprogramm Jugend stärken gezielte Unterstützung. Für inklusive Projekte gegen Ausgrenzung ist das Aktion Mensch-Programm Zeichen setzen! empfehlenswert.

Häufige Fragen zum Programm "Jugend macht Politik"

Was ist das Programm "Jugend macht Politik – Partizipation ermöglichen"?

Das Aktionsprogramm ist ein hessisches Förderprogramm für außerschulische Jugendbildung, das seit dem Jahr 2000 besteht. Die aktuelle Förderperiode 2026–2028 steht unter dem Titel "Jugend macht Politik – Partizipation ermöglichen" und wird mit bis zu 1.200.000 Euro vom Land Hessen gefördert. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen vielfältige Partizipationserfahrungen zu ermöglichen und ein demokratisches Selbstverständnis zu stärken.

Wer kann das Programm beantragen?

Der Förderaufruf richtet sich an Träger der außerschulischen Jugendbildung in Hessen. Die aktuelle Förderperiode läuft vom 1. Juli 2026 bis zum 31. Dezember 2028. Antragstellende müssen nachweisen, dass sie innovative Ansätze zur Erprobung neuer Wege in der außerschulischen Jugendbildung verfolgen.

Welche Projekte werden im Rahmen von "Jugend macht Politik" gefördert?

Gefördert werden Projekte, die junge Menschen befähigen, ihr Lebensumfeld aktiv und kreativ mitzugestalten. Im Mittelpunkt stehen inklusive Beteiligungsstrukturen, kommunale Partizipationsprojekte und Formate, die junge Menschen mit und ohne Behinderung gleichberechtigt einbeziehen. Auch innovative digitale Beteiligungsformate sind förderfähig.

Wie hoch ist die Förderung?

Das Gesamtprogramm hat ein Budget von bis zu 1.200.000 Euro für die Förderperiode 2026–2028. Die Mittel können für experimentelle Maßnahmen zur Erprobung neuer Wege in der außerschulischen Jugendbildung eingesetzt werden. Der genaue Förderbetrag pro Projekt richtet sich nach Umfang und Laufzeit des beantragten Vorhabens.

Welche rechtliche Grundlage hat das Programm?

Rechtsgrundlage der Förderung ist § 39 Abs. 2 des Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuchs (HKJGB). Das Programm ist damit fester Bestandteil der gesetzlich vorgesehenen Förderung der außerschulischen Jugendbildung in Hessen und wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Gibt es vergleichbare Förderprogramme auf Bundesebene?

Auf Bundesebene fördern das Bundesprogramm "Demokratie leben!" und der Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) politische Bildung und Partizipation junger Menschen. Auch der Nationale Kinder- und Jugendgipfel, zuletzt im Dezember 2026 in Bonn, bietet eine Plattform für Jugendliche, ihre Perspektiven einzubringen.

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