Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Dennoch haben viele Mittelständler keinen einfachen Zugang zu Förderinstrumenten für Forschung und Entwicklung. Das ZIM schließt diese Lücke: Mit über 40.000 bewilligten Projekten seit seiner Einführung ist es das meistgenutzte nationale F&E-Förderprogramm Deutschlands.
Das Programm fördert marktorientierte F&E-Projekte themen- und technologieoffen. Ob Digitalisierung, Maschinenbau, Medizintechnik oder nachhaltige Technologien: Entscheidend ist der Innovationscharakter des Vorhabens, nicht der Sektor.
Dieser Artikel erklärt die Förderquoten, die drei Projekttypen, die Voraussetzungen und den volldigitalisierten Antragsprozess.
Förderquoten und Förderhöhe im ZIM 2026
Die Förderquote richtet sich nach der Unternehmensgröße. Sie bezieht sich auf die förderfähigen Projektkosten. Zusätzlich zur Basisförderquote gibt es Aufschläge für Kooperationsprojekte.
| Unternehmensgröße | Basis-Förderquote | Max. Förderbetrag | Kooperationsbonus |
|---|---|---|---|
| Kleinstunternehmen (bis 10 MA) | bis 55 % | 380.000 Euro | +5 % bei Kooperation |
| Kleine Unternehmen (10–49 MA) | bis 50 % | 380.000 Euro | +5 % bei Kooperation |
| Mittlere Unternehmen (50–249 MA) | bis 45 % | 380.000 Euro | +5 % bei Kooperation |
| Unternehmen bis 500 MA (mit KMU) | bis 35 % | 380.000 Euro | +5 % bei Kooperation |
| Unternehmen bis 1.000 MA (mit KMU) | bis 25 % | 380.000 Euro | nur in Kooperation |
Rechenbeispiel: Förderung für ein kleines Unternehmen
Ein kleines Unternehmen mit 20 Mitarbeitern plant ein F&E-Projekt mit förderfähigen Kosten von 600.000 Euro. Bei einer Förderquote von 50 Prozent erhält es 300.000 Euro Zuschuss. Der restliche Eigenanteil von 300.000 Euro muss selbst finanziert werden. Eine Kombination mit einem zinsgünstigen ERP-Förderkredit KMU ist möglich.
Die drei Projekttypen im ZIM
Das ZIM kennt drei Projekttypen, die sich nach der Anzahl der beteiligten Akteure unterscheiden. Die Wahl des Projekttyps beeinflusst die Förderquote und die Projektstruktur.
Einzelprojekte
Ein Unternehmen führt das F&E-Projekt allein durch, ohne externe Kooperationspartner. Geeignet für Vorhaben, die das technologische Know-how vollständig im eigenen Unternehmen haben und keine externe Forschungskapazität benötigen. Die Basis-Förderquote gilt ohne Kooperationsbonus.
Kooperationsprojekte
Mindestens zwei Unternehmen oder mindestens ein Unternehmen und eine Forschungseinrichtung forschen gemeinsam. Jeder Projektpartner stellt einen eigenen Antrag. Die Förderquoten sind um bis zu 5 Prozentpunkte erhöht. Kooperationsprojekte sind die häufigste ZIM-Projektform und ermöglichen die Nutzung von komplementären Kompetenzen.
Innovationsnetzwerke
Mindestens sechs Unternehmen arbeiten unter Koordination eines Netzwerkmanagers zusammen. Netzwerke werden in zwei Phasen gefördert: zunächst der Aufbau des Netzwerks, dann die Durchführung von F&E-Projekten. Geeignet für Branchen, die gemeinsame Technologieplattformen oder branchenweite Innovationslösungen entwickeln möchten.
Voraussetzungen für die ZIM-Förderung
Das ZIM ist an klare Voraussetzungen geknüpft, die sowohl das Unternehmen als auch das Forschungsvorhaben selbst betreffen.
Voraussetzungen für Unternehmen:
- KMU gemäß EU-Definition: weniger als 500 Mitarbeiter, Jahresumsatz bis 100 Millionen Euro (für Grundförderung)
- Sitz oder Betriebsstätte in Deutschland
- Keine Insolvenz oder laufendes Insolvenzverfahren
- Keine offenen Rückforderungen aus früheren Förderprogrammen
- Fähigkeit zur Eigenfinanzierung des nicht geförderten Anteils der Projektkosten
Voraussetzungen für das Projekt:
- Marktorientiertes F&E-Projekt mit klarem Innovationscharakter
- Das Vorhaben geht über den Stand der Technik hinaus und beinhaltet echte F&E-Risiken
- Das Projektergebnis soll zu einem vermarktbaren Produkt oder Verfahren führen
- Laufzeit üblicherweise zwischen 12 und 36 Monaten
- Kein vorzeitiger Vorhabenbeginn: Projektstart erst nach Bewilligung zulässig
Kein vorzeitiger Vorhabenbeginn
Wer mit dem Projekt beginnt, bevor der Bewilligungsbescheid vorliegt, verliert den Förderanspruch vollständig. Vorhabenbeginn ist der Abschluss des ersten Auftrags oder Vertrags im Zusammenhang mit dem Projekt. Voruntersuchungen und interne Planungen sind davon nicht betroffen.
Antragstellung: Volldigitalisiert über die Förderzentrale
Seit 2020 erfolgt die Antragstellung beim ZIM vollständig digital. Die frühere Papierform ist abgelöst worden.
- 1
Projektidee entwickeln und Förderfähigkeit prüfen
Prüfen Sie, ob Ihr Vorhaben die F&E-Kriterien des ZIM erfüllt. Kontaktieren Sie ggf. ein autorisiertes ZIM-Beratungsunternehmen für eine erste Einschätzung. Viele ZIM-Projekte werden mit Unterstützung externer Förderberater aufgesetzt.
- 2
Projektpartner und Kooperationsstruktur festlegen
Entscheiden Sie, ob Sie ein Einzelprojekt oder ein Kooperationsprojekt beantragen möchten. Bei Kooperationsprojekten müssen alle Partner einen eigenen Antrag einreichen. Stimmen Sie die Projektstruktur und die Kostenaufteilung mit allen Partnern ab.
- 3
Antrag im Online-Portal der Förderzentrale einreichen
Das Antragsportal der Förderzentrale Deutschland (foerderportal.bund.de) leitet Sie durch den Prozess. Sie benötigen eine ELSTER-Identifikation oder ein anderes anerkanntes Identifizierungsverfahren. Füllen Sie alle Angaben zu Unternehmen, Projekt, Kosten und Zeitplan vollständig aus.
- 4
Prüfung durch die AiF Projekt GmbH
Die AiF Projekt GmbH prüft den Antrag formal und inhaltlich. Bei Rückfragen werden Sie direkt kontaktiert. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel zwei bis vier Monate.
- 5
Projekt nach Bewilligung starten
Nach Eingang des Bewilligungsbescheids kann das Projekt beginnen. Achten Sie auf die ordnungsgemäße Dokumentation aller Projektausgaben, da die Verwendungsnachweise nach Projektabschluss beim Projektträger eingereicht werden müssen.
Förderfähige Kosten und häufige Fehler
Die korrekte Einordnung und Dokumentation der förderfähigen Kosten ist entscheidend für eine erfolgreiche Abrechnung. Viele ZIM-Antragsteller machen Fehler bei der Abgrenzung zwischen F&E-Kosten und allgemeinen Unternehmenskosten.
- Personalkosten: nur direkt im F&E-Projekt tätige Mitarbeiter, nicht Management oder Vertrieb
- Sachkosten und Overhead: pauschal 100 Euro je Personenmonat (Overhead-Pauschale)
- Auftragsforschung: Kosten externer Dienstleister für F&E-Arbeiten bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten
- Schutzrechte: Patentierungs- und Lizenzkosten im Projektzusammenhang
- Messen und Durchführbarkeitsstudien: unter bestimmten Bedingungen förderfähig
ZIM und Steuerliche Forschungsförderung
Das ZIM kann mit der steuerlichen Forschungsförderung nach dem Forschungsinvestitionsabzugsgesetz (FZulG) kombiniert werden. Die steuerliche Forschungsförderung gewährt eine zusätzliche Steuergutschrift von 25 Prozent auf die Lohnkosten der F&E-Mitarbeiter. Beide Instrumente dürfen für dieselben Projekte nebeneinander genutzt werden, solange die Kumulierungsgrenzen nicht überschritten werden.
Häufige Fragen zum ZIM
Wie hoch ist die Förderquote beim ZIM 2026?
Die Förderquote beim ZIM hängt von der Unternehmensgröße ab: Kleinstunternehmen und kleine Unternehmen erhalten bis zu 55 Prozent der förderfähigen Kosten, mittlere Unternehmen bis zu 45 Prozent. Bei Kooperationsprojekten mit Forschungseinrichtungen oder anderen Unternehmen können die Sätze um 5 Prozentpunkte erhöht werden. Der maximale Förderbetrag beträgt 380.000 Euro pro Unternehmen und Projekt.
Wer kann ZIM-Förderung beantragen?
Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gemäß EU-Definition mit weniger als 500 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von bis zu 100 Millionen Euro sowie einem Sitz oder einer Betriebsstätte in Deutschland. In Kooperationsprojekten sind auch größere Unternehmen mit bis zu 1.000 Mitarbeitern förderfähig, wenn sie mit mindestens einem KMU kooperieren. Freiberufler und Selbständige sind nicht antragsberechtigt.
Welche Projekttypen werden im ZIM gefördert?
Das ZIM fördert drei Typen: Einzelprojekte (ein Unternehmen forscht allein), Kooperationsprojekte (mindestens zwei Unternehmen oder Unternehmen und Forschungseinrichtung forschen gemeinsam) und Netzwerke (mindestens sechs Unternehmen). Die meisten ZIM-Projekte sind Kooperationsprojekte, da die Förderquoten höher sind und die Projektergebnisse breiter genutzt werden können.
Wie wird ein ZIM-Antrag gestellt?
ZIM-Anträge werden volldigitalisiert über das Online-Portal der Förderzentrale Deutschland eingereicht. Das System prüft formale Voraussetzungen bereits bei der Eingabe. Ansprechpartner für inhaltliche Fragen sind die autorisierten ZIM-Beratungsunternehmen (AiF Projekt GmbH und autorisierte Projektträger). Eine verbindliche Antragsfrist gibt es nicht; Anträge können jederzeit gestellt werden, sofern Haushaltsmittel verfügbar sind.
Was sind förderfähige Kosten im ZIM?
Zu den förderfähigen Kosten zählen Personalkosten für Forscher und Entwickler, Sach- und Overhead-kosten (pauschal), externe Auftragsforschungskosten und bei Kooperationsprojekten die Kosten der Forschungseinrichtung. Nicht förderfähig sind allgemeine Unternehmenskosten, Vertrieb und Marketing sowie Investitionen in Produktionsanlagen, die nicht unmittelbar der Forschung dienen.
Wie lange dauert die Bearbeitung eines ZIM-Antrags?
Die Bearbeitungszeit variiert, beträgt aber in der Regel zwei bis vier Monate. Da ZIM-Projekte erst nach Bewilligung beginnen dürfen (kein vorzeitiger Vorhabenbeginn), sollten Unternehmen den Antrag rechtzeitig vor dem geplanten Projektstart einreichen. Ein Vorabgespräch mit einem autorisierten ZIM-Beratungsunternehmen verkürzt in der Praxis die Bearbeitungszeit erheblich.