Wirtschaft Aktualisiert Mai 2026

Start-up BW Pre-Seed 2026 – bis 320.000 Euro Frühphasenfinanzierung für Tech-Startups

Auf einen Blick

Start-up BW Pre-Seed ist das zentrale Frühphasenfinanzierungsprogramm Baden-Württembergs für innovative Tech-Startups. Pro Startup kommen zunächst bis zu 320.000 Euro zusammen, je 50 Prozent vom Land über die L-Bank und 50 Prozent von einem akkreditierten Co-Investor. Im Erweiterungsfall sind bis zu 640.000 Euro möglich. Anträge laufen über akkreditierte Inkubatoren, Accelerator und Business Angels.

Pre-Seed-Startup-Team im Technologiepark Baden-Württemberg
Pre-Seed-Startup-Team im Technologiepark Baden-Württemberg. Bild: KI generiert

Zwischen einer Geschäftsidee und einem ausgereiften Produkt liegt eine teure Entwicklungsphase. Genau hier setzt Start-up BW Pre-Seed an: Tech-Startups bekommen sechsstellige Beträge, mit denen sie Prototyp, Markttests und erste Umsatzaktivitäten finanzieren können, lange bevor eine klassische VC-Runde realistisch wäre.

Das Programm folgt einem Co-Investment-Modell: Das Land Baden-Württemberg verdoppelt jeden Euro, den ein privater Co-Investor mitbringt. Damit hebelt das Land seine Mittel und stellt gleichzeitig sicher, dass nur Vorhaben gefördert werden, die auch privat überzeugen.

Dieser Artikel erklärt das Co-Investment-Modell, die Förderkonditionen, das Auswahlverfahren und die wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Bewerbung.

Was ist Start-up BW Pre-Seed?

Start-up BW Pre-Seed ist ein Förderprogramm des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg, das von der Landesbank L-Bank umgesetzt wird. Es richtet sich an junge Tech-Unternehmen in der Frühphase, die noch keine kommerzielle Skalierungsphase erreicht haben.

Das Besondere: Anders als reine Stipendien oder klassische Förderkredite ist Start-up BW Pre-Seed eine echte Beteiligung beziehungsweise ein Wandeldarlehen. Land und Co-Investor werden Anteilseigner oder erhalten künftige Beteiligung am Unternehmen. Damit bewegt sich das Programm näher an klassischer VC-Logik als an Subventionen.

Träger und Co-Investment-Modell

Programmverantwortlich ist das Wirtschaftsministerium BW; die Umsetzung erfolgt durch die L-Bank. Das Land trägt 50 Prozent der Tranche, der Co-Investor 50 Prozent. Akkreditierte Co-Investoren sind Business Angels, Inkubatoren und Accelerator-Programme. Die offizielle Liste finden Sie auf startupbw.de.

Wer ist antragsberechtigt?

Anspruchsberechtigt sind innovative junge Unternehmen mit klarem Tech- oder Wissenschaftsprofil. Mehrere Voraussetzungen müssen gleichzeitig erfüllt sein.

  • Unternehmenssitz oder Betriebsstätte in Baden-Württemberg
  • Unternehmen nicht älter als 12 Monate (KMU-Status nach EU-Definition)
  • Innovativer Tech-, Life-Science- oder Industrieansatz mit Skalierungspotenzial
  • Bereits ein akkreditierter Co-Investor (Business Angel, Inkubator, Accelerator) gewonnen
  • Klare Verwendung der Mittel für Produktentwicklung, Markttests oder Markteintritt
  • Eigentümergeführtes Unternehmen mit Gründerteam an Bord

Co-Investor ist Pflicht, kein Bonus

Ohne akkreditierten Co-Investor läuft die Förderung nicht. Das Land beteiligt sich nur, wenn parallel privates Kapital fließt. Wer noch keinen Co-Investor hat, sollte zuerst über Pitch-Events, Inkubatoren oder Business-Angel-Netzwerke wie BAND oder das Karlsruher Venture Network den Kontakt suchen.

Wie hoch ist die Finanzierung?

Die Anfangstranche beträgt typischerweise zwischen 100.000 und 320.000 Euro pro Startup. In Einzelfällen kann die Finanzierung bei erfolgreicher Entwicklung auf bis zu 640.000 Euro erweitert werden, wenn weitere Investmenttranchen folgen.

BestandteilAnteilHöheForm
Land Baden-Württemberg / L-Bank50 %bis 160.000 EuroWandeldarlehen oder stille Beteiligung
Akkreditierter Co-Investor50 %bis 160.000 EuroBeteiligung oder Wandeldarlehen
Erste Tranche gesamt100 %bis 320.000 EuroFinanzierung in einem Schritt
Erweiterung bei Erfolgzusätzlichbis 320.000 EuroFolgetranche möglich
Maximalvolumen pro Startupgesamtbis 640.000 Euromit Erweiterung

Die L-Bank gestaltet ihre Tranche als Wandeldarlehen oder stille Beteiligung; bei späterer Skalierung wandelt sich das Darlehen in eine Beteiligung. Der Co-Investor entscheidet selbst, ob er eine direkte Beteiligung oder ebenfalls ein Wandeldarlehen ansetzt. Die Konditionen werden gemeinsam zwischen Startup, Co-Investor und L-Bank verhandelt.

Bewertung wird mitverhandelt

Anders als bei klassischen Förderprogrammen geht es bei Pre-Seed um eine Unternehmensbeteiligung. Die Bewertung des Startups wird im Verhandlungsprozess festgelegt und richtet sich nach Marktstandard. Wer ein Term Sheet eines Co-Investors hat, hat hier einen klaren Verhandlungsvorteil.

Wie verläuft die Bewerbung?

Der Antragsweg führt nicht direkt über die L-Bank, sondern über einen akkreditierten Co-Investor. Erst nach erfolgreichem Pitch beim Co-Investor und gemeinsamem Term Sheet wird der Antrag bei der L-Bank eingereicht.

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    Akkreditierten Co-Investor identifizieren

    Suchen Sie sich aus der offiziellen Liste der L-Bank einen passenden Co-Investor. Inkubatoren wie das Cyberforum, der Bahn Innovation Hub oder Business Angel Netzwerke wie das BAND sind gute Anlaufstellen. Der Co-Investor sollte zur Branche und Phase Ihres Startups passen.

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    Pitch und Due Diligence beim Co-Investor

    Pitchen Sie Ihre Idee beim Co-Investor und durchlaufen Sie eine erste Due Diligence. Erfolg bringt ein Term Sheet, in dem die Eckpunkte des Co-Investments festgehalten sind. Ohne dieses Term Sheet kann der Antrag bei der L-Bank nicht gestellt werden.

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    Antrag bei der L-Bank einreichen

    Mit Term Sheet, Businessplan, Finanzplan und Gesellschaftsvertrag stellen Sie gemeinsam mit dem Co-Investor den Antrag bei der L-Bank. Die L-Bank prüft formal, schaltet bei Bedarf den Auswahlausschuss ein und holt Empfehlungen ein.

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    Auswahlausschuss und finale Entscheidung

    Der Auswahlausschuss besteht aus Vertretern des Wirtschaftsministeriums, der L-Bank und externen Experten. Eingeladene Startups präsentieren ihre Idee in einem persönlichen Pitch. Innerhalb von drei bis sechs Wochen nach dem Pitch erfolgt die Entscheidung.

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    Vertragsabschluss und Auszahlung

    Nach positiver Entscheidung schließen L-Bank, Co-Investor und Startup einen Beteiligungsvertrag. Die Auszahlung erfolgt in einem oder zwei Schritten, je nach Meilensteinplan. Quartalsweise sind Berichte an Land und Co-Investor fällig.

In welchen Branchen wird besonders gefördert?

Start-up BW Pre-Seed ist klar auf Tech-Startups mit echten Wachstumschancen ausgerichtet. Reine Dienstleistungs- oder klassische lokale Geschäftsmodelle sind ausgeschlossen.

  • Life Science, Biotech, Medizintechnik und digitale Gesundheit
  • Industrie 4.0, IoT, Robotik, Sensorik und Mechatronik
  • KI-Anwendungen, Machine Learning und datenbasierte Produkte
  • Cleantech, Energieeffizienz und nachhaltige Mobilität
  • Digitale Plattformen mit klarer Wertschöpfung und Skalierungspotenzial
  • Cybersecurity und IT-Sicherheitslösungen

Das Programm ist branchenoffen, fokussiert sich aber auf Vorhaben mit hohem technologischem Innovationsgrad. Beratungsdienstleistungen, klassischer Einzelhandel und Gastronomie sind ausgeschlossen.

Anschluss an weitere Förderungen

Pre-Seed ist meist die erste Finanzierungsrunde. Erfolgreiche Startups schließen anschließend an größere Folgetranchen an, oft im Seed- oder Series-A-Bereich.

Anschlussfinanzierungen

Start-up BW Innovation Fonds (Tech-Beteiligungen mit 12,5 Mio. Euro Volumen), High-Tech Gründerfonds (HTGF) für Seed-Investments, Mikromezzaninfonds Deutschland für stille Beteiligungen und INVEST-Zuschuss für Wagniskapital. Privatwirtschaftliche VC-Runden setzen meist nach erfolgreichem Pre-Seed an.

Häufige Fragen zu Start-up BW Pre-Seed

Wie hoch ist die Förderung von Start-up BW Pre-Seed?

Pro Startup gibt es zunächst bis zu 320.000 Euro Pre-Seed-Finanzierung, davon 50 Prozent vom Land Baden-Württemberg über die L-Bank und 50 Prozent von einem privaten Co-Investor. Im Einzelfall kann die Finanzierung auf bis zu 640.000 Euro erweitert werden, wenn weitere Investmenttranchen folgen. Die Konditionen sind nahe an klassischem Seed-Investment.

Wer kann Start-up BW Pre-Seed beantragen?

Antragsberechtigt sind innovative Startups mit Sitz in Baden-Württemberg, die nicht älter als ein Jahr sind und ein klares Tech- oder Wissenschaftsprofil haben. Die Geschäftsidee muss skalierbar sein und ein Marktpotenzial im hohen einstelligen oder gar zweistelligen Millionenbereich erschließen können. Reine Dienstleistungsmodelle ohne Tech-Komponente fallen nicht unter die Förderung.

Wer sind die zugelassenen Co-Investoren?

Das Land Baden-Württemberg arbeitet mit einem Netzwerk von akkreditierten Co-Investoren zusammen, dazu gehören Business Angels, Inkubatoren, Accelerator-Programme und vereinzelt VCs. Die L-Bank veröffentlicht eine offizielle Liste der akkreditierten Partner. Vor Antragstellung muss bereits ein Co-Investor für das Vorhaben gefunden sein.

In welchen Branchen wird gefördert?

Schwerpunkte sind Life Science, Medizintechnik, digitale Transformation, Industrie 4.0, KI, Cleantech und Mobilität. Auch andere Branchen mit deutlichem Innovationsgrad sind möglich. Klassische Geschäftsmodelle wie Einzelhandel, Gastronomie oder Beratungsdienstleistungen ohne Tech-Komponente werden nicht gefördert.

Wie funktioniert die Auswahl?

Über die Förderfähigkeit entscheidet ein Auswahlausschuss aus Vertretern des Wirtschaftsministeriums, der L-Bank und externen Experten. Die Auswahl erfolgt in Form von Pitch-Tagen mehrmals jährlich. Pro Auswahlrunde werden zwischen acht und zwölf Startups ausgewählt; die Bewerberzahl ist deutlich höher.

Welche Konditionen gelten für die Finanzierung?

Die Land-Tranche kann je nach Konzept als Wandeldarlehen oder als stille Beteiligung ausgestaltet werden. Der Co-Investor zahlt typischerweise als reguläre Beteiligung oder als Wandeldarlehen. Die Konditionen folgen marktüblichen Pre-Seed-Bedingungen mit klaren Meilenstein-Vereinbarungen.

Wie lange dauert das Auswahlverfahren?

Vom ersten Kontakt mit einem akkreditierten Partner bis zur Auszahlung vergehen in der Regel drei bis sechs Monate. Engpässe entstehen meist bei der Suche nach dem passenden Co-Investor und bei der Vorbereitung der Pitch-Präsentation. Wer bereits ein Term Sheet eines Co-Investors hat, kann den Prozess deutlich verkürzen.

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