In Deutschland lebt nach wie vor ein erheblicher Anteil der Kinder in Armut oder an der Armutsgrenze. Staatliche Leistungen wie das Kindergeld, der Kinderzuschlag oder das Bildungs- und Teilhabepaket decken viele dieser Bedarfe ab – doch es bleiben Lücken: Ein neuer Schulranzen, warme Winterstiefel oder die Teilnahme an einem Sommerferienprogramm sind für viele Familien nicht selbstverständlich.
Hier setzt DiaKids an: als Stiftungsfonds der Diakonie Hessen, der diese Lücken mit konkreten Sachleistungen schließt. Das Programm versteht Hilfe nicht abstrakt, sondern ganz pragmatisch: ein Schulranzen, der zu Schulbeginn bereitsteht, oder ein Ferienplatz, der soziale Kontakte ermöglicht.
Auf dieser Seite finden Sie alle wichtigen Informationen zu DiaKids: Was wird geleistet, wer kann Hilfe erhalten und wie unterstützt DiaKids auch soziale Einrichtungen bei ihrer Arbeit.
Was ist DiaKids und wie funktioniert der Stiftungsfonds?
DiaKids ist ein Stiftungsfonds der Stiftung Diakonie Hessen mit Sitz in Frankfurt am Main. Die Stiftung wurde gegründet, um das diakonische Engagement der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) dauerhaft zu unterstützen.
DiaKids finanziert sich aus Spenden, aus Mitteln der Stiftung und aus der Unterstützung durch Kirchengemeinden. Das Besondere: Die Hilfe ist unbürokratisch und konkret. Es geht nicht um Geldleistungen, die verwaltet werden, sondern um Sachleistungen, die direkt bei den Kindern ankommen.
Die Kampagne #reinwachsen
Die Kampagne "#reinwachsen – stark gegen Kinderarmut" ist das Gesicht von DiaKids nach außen. Sie soll auf Kinderarmut aufmerksam machen und zeigen, dass konkrete Hilfe möglich ist. Kirchengemeinden, Schulen und Unternehmen können durch Spenden, Spendensammlungen oder Aktionen zur Kampagne beitragen.
Was leistet DiaKids? Unterstützungsangebote im Überblick
DiaKids unterstützt auf zwei Wegen: direkt durch Sachleistungen für Kinder in bedürftigen Familien und indirekt durch die Förderung von sozialen Projekten und Einrichtungen, die Kindern Zugang zu Bildung, Sport und Freizeitaktivitäten ermöglichen.
Direkte Sachleistungen für Kinder:
- Schulranzen zur Einschulung – ein zentrales Projekt von DiaKids, das Kindern einen würdevollen Start ins Schulleben ermöglicht
- Kinderwinterstiefel und wetterfeste Kleidung für die kalte Jahreszeit
- Teilnahme an Ferienfreizeiten und Tagesausflügen (z. B. Badespaß-Projekte, Sommerferienprogramme)
- Schulbedarf und Lernmaterialien, die durch staatliche Leistungen nicht abgedeckt werden
- Beiträge zu Sportvereinen und kulturellen Angeboten
Förderung sozialer Einrichtungen:
- Förderung von Familienzentren und Beratungsstellen der Diakonie Hessen
- Unterstützung von Projekten, die Kindern in schwierigen Lebenslagen Freizeitangebote ermöglichen
- Begleitung und Stärkung von Ehrenamtlichen in der Kinder- und Jugendhilfe
Kinderarmut in Zahlen: Warum DiaKids wichtig ist
Mehr als eine Million Kinder in Deutschland wachsen in Armut auf. Auch in Hessen ist Kinderarmut ein ernstes Problem, das nicht allein durch staatliche Leistungen gelöst werden kann. Staatliche Unterstützung wie das Kindergeld (255 Euro monatlich), der Kinderzuschlag und das Bildungs- und Teilhabepaket helfen – schließen aber nicht alle Lücken.
Kinder in Armut haben oft eingeschränkten Zugang zu Freizeitangeboten, Sport und Kulturveranstaltungen. Sie können nicht an Klassenfahrten teilnehmen, starten ohne ordentliche Schulmaterialien ins neue Schuljahr und haben weniger Möglichkeiten, soziale Kontakte außerhalb der Schule zu pflegen. Dies wirkt sich direkt auf ihre Entwicklungsmöglichkeiten und ihre Chancen aus.
| Leistung | Träger | Für wen |
|---|---|---|
| Kindergeld (255 €/Monat) | Familienkasse / Bund | Alle Familien mit Kindern |
| Kinderzuschlag (bis 292 €) | Familienkasse | Einkommensschwache Familien |
| Bildungs- und Teilhabepaket | Jobcenter / Kommune | Kinder in SGB-II-Haushalten |
| Frühe Hilfen | Kommunen / Bund | Familien mit Kleinkindern |
| DiaKids-Sachleistungen | Diakonie Hessen | Bedürftige Familien in Hessen |
Wie erhalten Familien DiaKids-Unterstützung?
DiaKids arbeitet nicht mit einem formellen Antragsverfahren im bürokratischen Sinne. Die Unterstützung erfolgt über das Netzwerk der Diakonie Hessen: Familienzentren, Beratungsstellen und soziale Einrichtungen der Diakonie kennen die Bedarfe vor Ort und vermitteln DiaKids-Leistungen an bedürftige Familien.
- 1
Lokale Diakonie-Einrichtung aufsuchen
Wenden Sie sich an eine Beratungsstelle oder ein Familienzentrum der Diakonie Hessen in Ihrer Region. Diese können feststellen, ob und welche DiaKids-Unterstützung für Ihre Familie in Frage kommt.
- 2
Beratungsgespräch führen
Im persönlichen Gespräch werden Ihre Situation und die Bedürfnisse Ihrer Kinder erfasst. Die Fachkräfte kennen die aktuellen DiaKids-Angebote und können gezielt weiterhelfen.
- 3
Unterstützung erhalten
Sachleistungen wie Schulranzen oder Winterstiefel werden direkt bereitgestellt. Für Ferienfreizeiten und andere Angebote erhalten Sie ggf. einen Gutschein oder eine Kostenübernahme.
Für soziale Einrichtungen: Projektförderung beantragen
Soziale Einrichtungen und Projekte, die Kinder in schwierigen Lebenslagen unterstützen, können sich direkt an die Stiftung Diakonie Hessen wenden. Die Stiftung bietet regelmäßige Fördermitteltreffen an, bei denen Antragstellende alle notwendigen Informationen erhalten.
DiaKids als Ergänzung zu staatlichen Leistungen
DiaKids ersetzt keine staatlichen Leistungen, sondern ergänzt sie gezielt. Familien sollten zunächst alle staatlichen Ansprüche prüfen und geltend machen:
- Kindergeld (255 Euro monatlich je Kind) – Antrag bei der Familienkasse
- Kinderzuschlag (bis 292 Euro) – für Familien, die knapp über dem SGB-II-Satz liegen
- Bildungs- und Teilhabepaket: Schulbedarf, Ausflüge, Mittagessen, Vereinsbeiträge
- Frühe Hilfen: Unterstützung für Familien mit Säuglingen und Kleinkindern
- Pflegeunterstützung bei Pflegebedürftigkeit im Haushalt
DiaKids greift dort ein, wo diese Leistungen nicht ausreichen oder wo der bürokratische Aufwand zu hoch ist. Die Diakonie begleitet Familien auch dabei, staatliche Leistungen in Anspruch zu nehmen – über ihre Schuldnerberatungsstellen und sozialen Beratungsangebote.
Staatliche Leistungen zuerst prüfen
Bevor Sie DiaKids-Hilfe beantragen, lohnt es sich, alle staatlichen Leistungsansprüche zu prüfen. Das Kindergeld und das Bildungs- und Teilhabepaket stehen vielen Familien zu, werden aber nicht immer vollständig beantragt. Beratungsstellen der Diakonie helfen auch dabei.
