Wirtschaft Aktualisiert Mai 2026

Gründungswettbewerb Digitale Innovationen 2026 – bis 32.000 Euro Preisgeld pro Sieger

Auf einen Blick

Der Gründungswettbewerb Digitale Innovationen ist der wichtigste Bundeswettbewerb für digitale Gründungsideen. Pro Runde werden bis zu sechs Hauptpreise mit je 32.000 Euro sowie 15 Förderpreise mit je 7.000 Euro vergeben. Hinzu kommen Fokuspreise mit bis zu 10.000 Euro. Insgesamt vergibt das BMWE pro Wettbewerbsjahr über 600.000 Euro Preisgeld. Sieger erhalten zusätzlich ein 4.000 Euro Coaching-Budget.

Gründungswettbewerb mit Präsentation auf der Bühne
Beim Gründungswettbewerb Digitale Innovationen des BMWE winken bis zu 32.000 Euro Preisgeld und ein Coaching-Budget für die überzeugendsten digitalen Geschäftsideen. Bild: KI generiert

Der Gründungswettbewerb Digitale Innovationen, früher Gründerwettbewerb genannt, ist seit über zwei Jahrzehnten der zentrale Bundeswettbewerb für digitale Gründungsideen. Veranstaltet vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, prämiert er pro Jahr in zwei Runden besonders innovative Vorhaben mit Geld- und Coaching-Preisen.

Anders als reine Stipendien handelt es sich um einen Wettbewerb mit klarem Auswahlverfahren. Bewerber müssen eine Jury überzeugen, die aus erfahrenen Gründern, Investoren und Branchenexperten besteht. Wer gewinnt, bekommt nicht nur Geld, sondern auch Sichtbarkeit, Mentoren und Investorenkontakte.

Dieser Artikel erklärt die Preiskategorien, das Auswahlverfahren, die wichtigsten Erfolgsfaktoren und welche Vorhaben besonders gute Chancen haben.

Was ist der Gründungswettbewerb Digitale Innovationen?

Der Wettbewerb wird seit 1997 vom Bundeswirtschaftsministerium ausgelobt und gehört zu den ältesten und bekanntesten Gründerwettbewerben Deutschlands. Operativer Träger ist die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, die als Projektträger die Bewerbungen koordiniert.

Pro Wettbewerbsjahr finden zwei Runden statt, jeweils im Frühjahr und Herbst. Bewerber können also zweimal pro Jahr ihr Vorhaben einreichen, sofern es weiterhin den Förderkriterien entspricht. Eine wiederholte Bewerbung mit weiterentwickelter Idee ist erlaubt und wird sogar empfohlen.

Träger und Projektträger

Träger: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK/BMWE). Projektträger: VDI/VDE Innovation + Technik GmbH. Aktuelle Termine, Bewerbungsformulare und Erfolgsgeschichten finden Sie auf de.digital, vdivde-it.de und bundeswirtschaftsministerium.de.

Wer kann sich bewerben?

Anspruchsberechtigt sind Gründerinnen und Gründer mit digitalen Geschäftsideen, die noch nicht oder vor maximal drei Jahren gegründet haben.

  • Wohnsitz oder Unternehmenssitz in Deutschland
  • Innovative digitale Geschäftsidee mit klarem Skalierungspotenzial
  • Vorgründungsphase oder Gründung vor maximal drei Jahren
  • Sowohl Einzelpersonen als auch Teams
  • Bereitschaft zur Teilnahme am persönlichen Pitch bei Vorauswahl
  • Bei Sieg: Bereitschaft zur Teilnahme am Coaching-Programm

Klar digitaler Innovationsbeitrag erforderlich

Der Wettbewerb prämiert digitale Innovationen, nicht jede technologisch unterstützte Geschäftsidee. Reine Online-Shops, klassische Beratungsdienstleistungen oder Vermittlungsmodelle ohne klar erkennbaren digitalen Innovationsbeitrag haben kaum Chancen. Im Fokus stehen KI, IoT, Blockchain, neue digitale Plattformen oder digitale Lösungen für klassische Branchen.

Wie hoch ist das Preisgeld?

Pro Runde werden mehrere Preiskategorien vergeben. Das Gesamtpreisgeld pro Jahr summiert sich auf über 600.000 Euro.

PreiskategorieHöheAnzahl pro RundePro Jahr
Hauptpreis32.000 Eurobis 6bis 12
Förderpreis7.000 Eurobis 15bis 30
Fokuspreis (digitale Themen)bis 10.000 Euromehreremehrere
Coaching-Budget für Sieger4.000 Europro Siegerpro Sieger
Gesamtpreisgeldüber 600.000 Euroaufgeteiltpro Jahr

Das Preisgeld wird steuerlich als Betriebseinnahme behandelt, sofern es im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit gewonnen wird. Vor Annahme des Preises sollte der Steuerberater konsultiert werden, um die genaue Behandlung zu klären.

Coaching nicht unterschätzen

Das 4.000 Euro Coaching-Budget für Sieger wird oft unterschätzt. Es entspricht typischerweise fünf Coaching-Tagen mit erfahrenen Unternehmern und Branchenexperten. Diese Kontakte können wertvoller sein als das eigentliche Preisgeld, insbesondere wenn es um Investoren-Vermittlung oder Markteintrittsstrategie geht.

Wie verläuft das Auswahlverfahren?

Der Wettbewerb verläuft in mehreren Stufen: Online-Bewerbung, Vorauswahl durch Gutachter, persönlicher Pitch, finale Jury-Entscheidung.

  1. 1

    Online-Bewerbung über das Portal

    Reichen Sie zur jeweiligen Bewerbungsfrist eine Online-Bewerbung über das Portal ein. Erforderlich sind Geschäftsidee, Innovationsbeitrag, Marktanalyse, Geschäftsmodell und Lebensläufe der Teammitglieder. Der Umfang der Bewerbung ist auf 10 bis 15 Seiten begrenzt.

  2. 2

    Vorauswahl durch externe Gutachter

    Externe Gutachter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Investmentszene bewerten die Bewerbungen anhand klarer Kriterien: Innovationsgrad, Marktpotenzial, Umsetzbarkeit und Team. Die besten 30 bis 40 Bewerbungen kommen in die nächste Runde.

  3. 3

    Pitch vor der Hauptjury

    Vorausgewählte Bewerber präsentieren ihre Idee in einem persönlichen Pitch von 10 Minuten vor der Hauptjury. Anschließend folgen Fragen aus dem Jury-Gremium. Der Pitch findet meist in Berlin oder einer anderen Großstadt statt.

  4. 4

    Finale Entscheidung der Jury

    Die Jury entscheidet im Anschluss an die Pitch-Tage über die Vergabe der Hauptpreise, Förderpreise und Fokuspreise. Die Entscheidung wird üblicherweise vier bis sechs Wochen nach den Pitch-Tagen verkündet.

  5. 5

    Preisverleihung und Coaching-Start

    Die feierliche Preisverleihung findet im Rahmen einer hochrangigen Veranstaltung statt, oft mit Vertretern der Bundesregierung. Nach der Verleihung beginnt das fünftägige Coaching-Programm, das die Sieger über mehrere Monate begleitet.

Welche Vorhaben werden ausgezeichnet?

Die thematischen Schwerpunkte verschieben sich von Runde zu Runde, in den letzten Jahren wurden insbesondere folgende Bereiche prämiert.

  • KI- und Machine-Learning-Anwendungen mit konkretem Use Case
  • Plattformen mit klarem Mehrwert für etablierte Branchen
  • Cleantech und nachhaltige digitale Geschäftsmodelle
  • GovTech (Digitale Lösungen für Verwaltung und öffentlichen Sektor)
  • Health Tech und digitale Gesundheitsanwendungen
  • Cybersecurity und Datenschutz-Innovationen

Die Fokuspreise werden zu Themen aus aktuellen Strategien der Bundesregierung ausgeschrieben. 2024 und 2025 lag ein Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und KI; für 2026 sind Cybersicherheit und digitale Souveränität als Schwerpunkte angekündigt.

Anschlussförderungen für Preisträger

Preisträger des Gründungswettbewerbs haben oft besseren Zugang zu Anschlussförderungen, weil sie durch die Auszeichnung bereits eine erste Validierung ihrer Geschäftsidee mitbringen.

Mögliche Anschlussstationen

EXIST-Forschungstransfer für besonders forschungsintensive Vorhaben, ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) für laufende Forschungsprojekte, Mikromezzaninfonds Deutschland für stille Beteiligungen, ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW, INVEST-Zuschuss für Wagniskapital und High-Tech Gründerfonds (HTGF) für Seed-Investments.

Häufige Fragen zum Gründungswettbewerb

Wie hoch ist das Preisgeld beim Gründungswettbewerb Digitale Innovationen 2026?

Pro Wettbewerbsrunde werden bis zu sechs Hauptpreise mit je 32.000 Euro vergeben. Hinzu kommen bis zu 15 Förderpreise mit je 7.000 Euro. Das Bundeswirtschaftsministerium vergibt zusätzlich Fokuspreise zu digitalen Themen mit bis zu 10.000 Euro. Insgesamt steht pro Wettbewerbsjahr ein Preisbudget von über 600.000 Euro zur Verfügung.

Wer kann am Gründungswettbewerb teilnehmen?

Antragsberechtigt sind Gründerinnen und Gründer aus Deutschland mit innovativen, digitalen Geschäftsideen. Das Vorhaben kann sich noch in der Vorgründungsphase befinden oder bereits gegründet sein, sofern die Gründung nicht länger als drei Jahre zurückliegt. Sowohl Einzelpersonen als auch Teams sind willkommen.

Wann finden die Wettbewerbsrunden statt?

Pro Jahr finden zwei Wettbewerbsrunden statt, eine im Frühjahr und eine im Herbst. Gründer können also zweimal pro Jahr teilnehmen. Die genauen Termine und Bewerbungsfristen werden auf de.digital und auf der Webseite des Bundeswirtschaftsministeriums veröffentlicht.

Wer ist Träger des Wettbewerbs?

Träger ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), heute BMWE. Den Wettbewerb organisiert die VDI/VDE Innovation + Technik GmbH als Projektträger. Aktuelle Informationen finden Sie auf de.digital, vdivde-it.de und bundeswirtschaftsministerium.de.

Was ist im Coaching-Budget enthalten?

Preisträger des Gründungswettbewerbs erhalten neben dem Preisgeld ein festes Budget von 4.000 Euro für bis zu fünf Coachingtage. Die Coaches sind erfahrene Unternehmer, Gründer und Branchenexperten. Themen sind Geschäftsmodellentwicklung, Marketing, Investorenkommunikation und Skalierung.

Welche Geschäftsideen werden ausgezeichnet?

Im Fokus stehen digitale Geschäftsmodelle mit klarem Innovationsbeitrag. Schwerpunkte sind KI, Blockchain, IoT, digitale Plattformen, Nachhaltigkeit, GovTech und Gesundheitsanwendungen. Klassische digitale Vorhaben wie reine Online-Shops oder Imitate erfolgreicher Plattformen sind nicht förderfähig.

Wie hoch sind die Erfolgsaussichten?

Pro Runde gehen rund 200 bis 300 Bewerbungen ein, von denen bis zu 21 ausgezeichnet werden (6 Hauptpreise, 15 Förderpreise). Damit liegt die Erfolgsquote bei etwa 7 bis 10 Prozent. Wer einen klaren Innovationsbeitrag und eine überzeugende Umsetzungsstrategie vorweisen kann, hat realistische Chancen.

Verwandte Förderungen