Hamburg hat sich in den letzten Jahren zu einem der attraktivsten Gründerstandorte Deutschlands entwickelt. Mit InnoFounder bietet die Stadt ein Stipendium, das in Höhe und Laufzeit zu den großzügigsten der norddeutschen Bundesländer gehört. Bis zu 2.500 Euro pro Monat pro Person, 18 Monate Laufzeit, Teams bis drei Personen: Das sind Konditionen, mit denen sich auch komplexe Tech-Vorhaben tragen lassen.
Anders als reine Hochschulstipendien wie EXIST oder Junge Innovatoren steht InnoFounder allen Hamburger Gründungsinteressierten offen. Eine Hochschulanbindung ist nicht zwingend erforderlich, sondern ein klarer Innovationsbeitrag und ein wissensbasiertes Geschäftsmodell.
Dieser Artikel erklärt die Förderkonditionen, das Auswahlverfahren über die Innovationsstarter GmbH und welche Anschlussförderungen Hamburg bietet.
Was ist InnoFounder Hamburg?
InnoFounder ist ein Stipendienprogramm der Hamburgischen Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg), das von der Innovationsstarter GmbH operativ umgesetzt wird. Hintergrund ist eine Förderrichtlinie der Behörde für Wirtschaft und Innovation (BWI) Hamburg, die auf wissensbasierte und technologieorientierte Gründungsvorhaben zielt.
Die Finanzierung erfolgt zu großen Teilen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und ergänzenden Landesmitteln. Damit gehört InnoFounder zu den EU-kofinanzierten Programmen, was strenge Auflagen zu Mittelverwendung und Berichterstattung mit sich bringt.
Träger und Finanzierung
Programm der IFB Hamburg, umgesetzt durch die Innovationsstarter GmbH. Finanzierung aus EFRE-Mitteln der EU sowie Landesmitteln. Aktuelle Antragsformulare und Auswahltermine finden Sie auf innovationsstarter.com und ifbhh.de.
Wer ist antragsberechtigt?
Antragsberechtigt sind Gründer und Gründungsteams aus dem Großraum Hamburg, die innovative Vorhaben verfolgen. Mehrere Voraussetzungen müssen gleichzeitig erfüllt sein.
- Wohnsitz in Hamburg oder geplanter Unternehmenssitz in Hamburg
- Wissensbasiertes oder technologieorientiertes Gründungsvorhaben
- Maximal drei Personen pro Gründungsteam
- Bei Antragsbewilligung noch keine vollzogene Unternehmensgründung
- Volle Verfügbarkeit für die Stipendiumphase (keine Vollzeitbeschäftigung)
- Keine parallele Inanspruchnahme von EXIST oder anderen existenzsichernden Bundesstipendien
Wissensbasierte Vorhaben im Fokus
Klassische Geschäftsmodelle wie Gastronomie, Einzelhandel oder Beratungsdienstleistungen ohne Tech-Komponente sind in der Regel nicht förderfähig. Auch reine Vermittlungsmodelle ohne klaren Innovationsbeitrag fallen nicht unter die Förderung. Im Zweifel klären Sie das vor Antragstellung mit der Innovationsstarter GmbH.
Wie hoch ist das Stipendium?
Pro Stipendiat zahlt das Programm bis zu 2.500 Euro pro Monat. Die genaue Höhe innerhalb dieses Rahmens hängt vom Stand der Vorhabens und dem persönlichen Profil ab. Bei Teams werden alle Mitglieder einzeln gefördert.
| Konstellation | Stipendium/Monat | Laufzeit | Maximalsumme |
|---|---|---|---|
| Einzelperson | bis 2.500 Euro | bis 18 Monate | bis 45.000 Euro |
| Zweier-Team | bis 5.000 Euro gesamt | bis 18 Monate | bis 90.000 Euro |
| Dreier-Team | bis 7.500 Euro gesamt | bis 18 Monate | bis 135.000 Euro |
| Coaching durch Innovationsstarter | kostenfrei | während Förderung | inkludiert |
Die Auszahlung erfolgt monatlich auf das persönliche Konto. Sozialversicherungsbeiträge und Krankenkassenbeiträge sind aus dem Stipendium selbst zu tragen.
EFRE-Auflagen beachten
Da das Programm aus EFRE-Mitteln der EU finanziert wird, gelten strenge Berichts- und Dokumentationspflichten. Stipendiaten müssen quartalsweise Tätigkeits- und Sachstandsberichte einreichen, in denen sie den Fortschritt ihres Vorhabens beschreiben. Wer diese Pflichten ernst nimmt, vermeidet Rückforderungen.
Wie verläuft das Auswahlverfahren?
Die Auswahl erfolgt mehrstufig: Zuerst Konzept und Geschäftsmodell, dann Pitch und Beirat, abschließend Bewilligung durch die IFB Hamburg.
- 1
Erstgespräch mit der Innovationsstarter GmbH
Vereinbaren Sie ein Erstgespräch mit der Innovationsstarter GmbH. Dabei werden Idee, Phase und mögliche Förderbausteine besprochen. Die Stelle gibt Hinweise zur Antragsvorbereitung.
- 2
Konzept und Geschäftsplan einreichen
Reichen Sie ein Konzept zur Geschäftsidee mit Geschäftsmodell, Innovationsbeitrag, Marktanalyse und Team-Lebensläufen ein. Der Umfang sollte 15 bis 25 Seiten betragen, ohne Anlagen.
- 3
Pitch vor Auswahlbeirat
Bei positiver Vorauswahl folgt ein persönlicher Pitch vor einem Beirat aus Wirtschaftsexperten, Gründern und Investoren. Der Pitch dauert in der Regel 10 bis 15 Minuten plus Fragen aus dem Beirat.
- 4
Bewilligung durch IFB Hamburg
Nach positivem Beirats-Votum stellt die IFB Hamburg den Bewilligungsbescheid aus. Vom Erstgespräch bis zur Bewilligung vergehen typischerweise drei bis sechs Monate, bei zügiger Vorbereitung schneller.
- 5
Auszahlung und Coaching durch Innovationsstarter
Die Auszahlung erfolgt monatlich. Während der Laufzeit nehmen Stipendiaten an einem strukturierten Coaching-Programm der Innovationsstarter GmbH teil, das Themen wie Geschäftsmodell, Vertrieb und Investorenkommunikation abdeckt.
Welche Branchen werden bevorzugt gefördert?
InnoFounder ist branchenoffen, hat aber thematische Schwerpunkte, die sich an Hamburgs wirtschaftlicher Stärke orientieren.
- Logistik und Supply Chain (Hamburgs traditioneller Wirtschaftsschwerpunkt)
- Maritime Wirtschaft und Schifffahrtstechnologien
- Digitalisierung und SaaS-Plattformen
- KI-Anwendungen und datenbasierte Produkte
- Cleantech, Energie und maritime Klimatechnologien
- Life Science, Medizintechnik und digitale Gesundheit
Auch Vorhaben aus anderen Branchen sind möglich, wenn der Innovationsbeitrag und die Skalierungsperspektive überzeugen. Hamburg fördert bewusst auch Sozialunternehmen mit klarem Wirkungsmodell.
Anschlussförderungen in Hamburg
Hamburg verfügt über ein dichtes Netz an Anschlussprogrammen, die nahtlos an InnoFounder andocken können.
Mögliche Anschlussstationen
IFB InnoRampUp Zuschuss bis 150.000 Euro für Tech-Startups, IFB-Beteiligungsprogramme über die Hamburg Kapital GmbH, Bürgschaftsbank Hamburg, ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW, INVEST-Zuschuss für Wagniskapital und private Hamburger Business-Angel-Netzwerke. Die Innovationsstarter GmbH vermittelt aktiv Anschlusskontakte.
Häufige Fragen zu InnoFounder Hamburg
Wie hoch ist das InnoFounder Stipendium 2026?
Pro Stipendiat zahlt die IFB Hamburg bis zu 2.500 Euro pro Monat über bis zu 18 Monate. Bei einem dreiköpfigen Team mit voller Förderdauer kann die Gesamtsumme bei rund 135.000 Euro liegen. Die Auszahlung erfolgt monatlich auf das jeweilige Konto der Stipendiaten.
Wer ist antragsberechtigt?
Antragsberechtigt sind Gründer und Gründungsteams aus dem Großraum Hamburg, die ein wissensbasiertes oder technologieorientiertes Gründungsvorhaben verfolgen. Maximal drei Personen pro Gründungsteam können das Stipendium beziehen. Eine Hochschulanbindung ist nicht zwingend erforderlich.
Welche Vorhaben werden gefördert?
InnoFounder fördert wissensbasierte Gründungsvorhaben mit klarem Innovationsbeitrag. Schwerpunkte sind Tech, Digitalisierung, Life Science, Logistik (entsprechend Hamburgs wirtschaftlicher Stärke), Cleantech und Cybersecurity. Klassische Geschäftsmodelle ohne Innovationscharakter werden in der Regel nicht gefördert.
Wer ist Träger des Programms?
Das Programm wird von der IFB Hamburg über deren Tochter Innovationsstarter GmbH umgesetzt. Hintergrund ist eine Förderrichtlinie der Behörde für Wirtschaft und Innovation Hamburg. Die Finanzierung erfolgt über EFRE-Mittel der EU sowie Landesmittel.
Wie funktioniert die Auswahl?
Die Auswahl erfolgt über ein mehrstufiges Verfahren: Zuerst reichen Bewerber ein Konzept und einen Geschäftsplan ein, anschließend folgt ein persönlicher Pitch vor einer Jury aus Experten. Bei positivem Votum stellt die IFB Hamburg den Bewilligungsbescheid aus.
Welche Phase deckt InnoFounder ab?
InnoFounder ist auf die Vorgründungsphase und die ersten Monate nach Gründung ausgerichtet. Während der 18 Monate sollen Gründer ihren Prototyp finalisieren, ihre Marktposition aufbauen und sich auf eine größere Folgefinanzierung vorbereiten.
Welche Anschlussförderungen gibt es in Hamburg?
Nach InnoFounder bietet die IFB Hamburg den InnoRampUp-Zuschuss bis 150.000 Euro, das InnoFinPlus-Programm und Bürgschaften der Bürgschaftsbank Hamburg. Auch der HTGF (High-Tech Gründerfonds) und Hamburger Business-Angel-Netzwerke wie das Mariposa Network kommen als Anschlussinvestoren in Frage.
