Thüringen kämpft seit Jahren mit demografischer Schrumpfung im ländlichen Raum. Mit dem Familienbaudarlehen versucht das Bundesland, Familien an Klein- und Mittelstädte zu binden, indem es ihnen den Eigentumserwerb erleichtert. Das Programm fördert vorrangig Vorhaben in den sogenannten Programmkommunen des Stadtumbau-Programms Ost.
Träger ist die Thüringer Aufbaubank (TAB), die zentrale Förderbank des Bundeslandes mit Hauptsitz in Erfurt. Die TAB bietet zusätzlich zwei weitere Wohnungsbauprogramme: EigenheimPlus (seit August 2025) und den Thüringer Sanierungsbonus.
Die folgenden Abschnitte zeigen, wer 2026 anspruchsberechtigt ist und wie der Antrag läuft.
Was ist das Familienbaudarlehen?
Das Familienbaudarlehen ist ein zinsverbilligtes Förderdarlehen der TAB für Familien, die in Thüringen ein selbstgenutztes Eigenheim bauen oder erwerben wollen. Anders als bei vielen anderen Förderprogrammen kann das Darlehen bis zu 100 Prozent der Gesamtkosten abdecken, was die Förderung gerade für junge Familien attraktiv macht.
Stadtumbau-Programmkommunen
Vorrangig gefördert werden Vorhaben in den Programmkommunen des Bundes-Länder-Programms Stadtumbau Ost. Das sind typischerweise Klein- und Mittelstädte mit demografischen Herausforderungen. Eine Liste der Programmkommunen finden Sie auf der TAB-Website.
Wer ist antragsberechtigt?
- Familien mit Kindern und Alleinerziehende
- Hauptwohnsitz in Thüringen oder geplante Verlegung
- Bruttoeinkommen unter den TAB-Einkommensgrenzen
- Vorhaben in einer Programmkommune (vorrangig)
- Selbstnutzung als Hauptwohnsitz
- Volljährigkeit und ausreichende Bonität
Programmkommune prüfen
Wenn Ihr geplantes Bauvorhaben nicht in einer Programmkommune liegt, kann die Förderung im Einzelfall trotzdem gewährt werden. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit dann geringer. Prüfen Sie früh, ob Ihre Gemeinde auf der Programmliste steht.
Konditionen 2026
| Parameter | Wert | Hinweis |
|---|---|---|
| Maximales Darlehen | 100.000 Euro | pro Vorhaben |
| Deckung der Gesamtkosten | bis 100 Prozent | kein Eigenkapital nötig |
| Antrag | beim Landratsamt | oder Stadtverwaltung |
| Vorrang | Programmkommune | Stadtumbau Ost |
| Selbstnutzung | erforderlich | Hauptwohnsitz |
| Kombinierbar mit | EigenheimPlus, Sanierungsbonus | TAB-Programme |
100 Prozent Finanzierung möglich
Anders als bei den meisten Förderprogrammen ist beim Familienbaudarlehen keine 15-prozentige Eigenkapitalquote zwingend. Das Darlehen kann bis zu 100 Prozent der Gesamtkosten abdecken. Damit ist die Förderung gerade für junge Familien ohne große Ersparnisse attraktiv.
Wie beantrage ich die Förderung?
- 1
Programmkommune prüfen
Klären Sie auf der TAB-Website oder beim Landratsamt, ob Ihre Wunschgemeinde auf der Programmliste steht.
- 2
Beratung beim Landratsamt
Vereinbaren Sie einen Beratungstermin beim zuständigen Landratsamt oder der Stadtverwaltung.
- 3
Antrag einreichen
Selbstauskunft, Einkommensnachweise, Bauplan oder Kaufvertragsentwurf, Eigenkapitalnachweis (falls vorhanden), Geburtsurkunden der Kinder.
- 4
Förderzusage abwarten
Der Antrag wird vom Landratsamt an die TAB weitergeleitet. Bearbeitungsdauer 6 bis 12 Wochen.
- 5
Bauen und Selbstnutzung
Nach der Zusage Bauvertrag oder Kaufvertrag schließen. Auszahlung in Tranchen entsprechend dem Baufortschritt.

Häufige Fragen zum Thüringer Familienbaudarlehen
Was ist das Thüringer Familienbaudarlehen?
Das Thüringer Familienbaudarlehen ist eine Wohnraumförderung der Thüringer Aufbaubank (TAB) für Familien beim Bau oder Erstkauf eines selbstgenutzten Eigenheims. Förderfähig sind Vorhaben in den Programmkommunen des Stadtumbau-Programms Ost. Die Förderhöhe deckt bis zu 100 Prozent der Gesamtkosten, maximal 100.000 Euro.
Wie hoch ist das Darlehen?
Maximal 100.000 Euro pro Vorhaben. Das Familienbaudarlehen kann bis zu 100 Prozent der Gesamtkosten des Vorhabens abdecken. Anders als bei vielen anderen Programmen ist hier also keine 15-prozentige Eigenkapitalquote zwingend, was die Förderung für junge Familien besonders attraktiv macht.
Welche Vorhaben werden gefördert?
Förderfähig sind Bau und Erstkauf eines selbstgenutzten Eigenheims oder einer Eigentumswohnung. Vorrangig gefördert werden Vorhaben in den Programmkommunen des Stadtumbau-Programms Ost, also typischerweise in Klein- und Mittelstädten Thüringens, die durch demografische Entwicklung Druck haben.
Wer ist anspruchsberechtigt?
Familien mit Kindern, die ihren Hauptwohnsitz in Thüringen haben oder dorthin verlegen wollen. Die Bruttoeinkommensgrenzen orientieren sich an der TAB-Richtlinie. Die Selbstnutzung muss langfristig erhalten bleiben. Auch Alleinerziehende sind antragsberechtigt.
Wo stelle ich den Antrag?
Der Antrag wird entweder beim zuständigen Landratsamt oder bei der Stadtverwaltung gestellt, in der Sie Ihr Grundstück haben. Diese Stellen leiten den Antrag an die Thüringer Aufbaubank weiter. Vor Vertragsschluss muss eine schriftliche Förderzusage vorliegen.
Welche weiteren TAB-Programme gibt es?
Die TAB bietet seit August 2025 zusätzlich „EigenheimPlus", einen zinsverbilligten Pass-through-Kredit im Hausbankverfahren, sowie den „Thüringer Sanierungsbonus" als Direktzuschuss für Familien. Eine Kombination der drei Programme ist möglich und sehr attraktiv.
