Hessen gehört zu den wirtschaftsstärksten Bundesländern Deutschlands – doch auch hier gibt es soziale Ungleichheiten und Gruppen, die besonderen Unterstützungsbedarf haben. Der Europäische Sozialfonds Plus (ESF Plus) bietet für diese Herausforderungen einen wichtigen Förderrahmen.
Mit einem Gesamtvolumen von rund 423 Millionen Euro für die Periode 2021–2027 zählt Hessen zu den bedeutenderen ESF Plus-Empfängerländern in Deutschland. Die Fördermittel fließen in Programme für Beschäftigung, Bildung, soziale Inklusion und die Bekämpfung von Armut.
Ziele und Rahmenbedingungen des ESF Plus in Hessen
Der ESF Plus zählt zu den Strukturfonds der Europäischen Union und hat das Ziel, Beschäftigung und soziale Integration zu fördern. Er investiert in Menschen bei der Bewältigung wirtschaftlicher und sozialer Herausforderungen und trägt konkret dazu bei, Beschäftigungsniveaus zu steigern, Menschen weiterzubilden und Armut zu bekämpfen.
Gesamtbudget und Kofinanzierung
Für den ESF Plus in Hessen stehen 169 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt bereit, die durch 254 Millionen Euro aus nationalen Quellen (Bund und Land) kofinanziert werden. Damit ergibt sich ein Gesamtbetrag von rund 423 Millionen Euro für die Förderperiode 2021–2027. Externe Informationen finden Sie auf esf-hessen.de.
Wichtige ESF Plus-Programme in Hessen im Überblick
Der ESF Plus in Hessen umfasst mehrere Förderprogramme in verschiedenen Handlungsfeldern. Die wichtigsten für soziale Organisationen und öffentliche Träger sind:
| Programm | Zielgruppe | Förderschwerpunkt |
|---|---|---|
| HePAS (Inklusions-/Übergangsmanagement) | Menschen mit Behinderung | Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt |
| QuB (Qualifizierung junger Menschen) | Benachteiligte Jugendliche | Übergang Schule-Beruf, Qualifizierung |
| Jugend macht Politik | Kinder und Jugendliche in Hessen | Politische Bildung, Partizipation |
| Finanzielle Förderung soziale Projekte | Soziale Einrichtungen, NGOs | Verschiedene soziale Handlungsfelder |
Wer ist antragsberechtigt?
Die Antragsberechtigten variieren je nach ESF Plus-Programm in Hessen. Grundsätzlich kommen folgende Träger in Betracht:
- Gemeinnützige Organisationen, Vereine und Wohlfahrtsverbände mit Tätigkeit in Hessen
- Kommunen, Landkreise und kommunale Einrichtungen in Hessen
- Bildungseinrichtungen, Schulen und Jugendhilfeträger
- Arbeitgeber und Unternehmen (bei beschäftigungsbezogenen Programmen)
- Soziale Einrichtungen und Träger der Freien Wohlfahrtspflege
Frühzeitig informieren
ESF Plus-Programme in Hessen haben oft feste Förderaufrufe mit engen Antragsfristen. Informieren Sie sich frühzeitig auf der Website des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales sowie auf esf-hessen.de über aktuelle Ausschreibungen.
Aktive Inklusion als Förderschwerpunkt in Hessen
Der Schwerpunkt "Aktive Inklusion und Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit" umfasst in Hessen Programme, die Menschen mit besonderen Schwierigkeiten beim Zugang zum Arbeitsmarkt unterstützen. Dazu zählen Menschen mit Behinderung, Langzeitarbeitslose, Menschen mit Migrationsgeschichte und sozial benachteiligte Gruppen.
Das Programm HePAS (Hessisches Programm zur Arbeitsmarktintegration und Sozialen Inklusion) ist ein zentrales Instrument. Es fördert Strukturen des Inklusions- und Übergangsmanagements, die Menschen mit Behinderung beim Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt begleiten.
Nur für Hessen
Die ESF Plus-Förderprogramme des Landes Hessen gelten nur für Projekte und Träger, die in Hessen tätig sind. Für Projekte in anderen Bundesländern sind die jeweiligen Landesförderprogramme zuständig.
Jugendpolitik und Partizipation im ESF Plus Hessen
Ein besonderer Schwerpunkt des ESF Plus in Hessen liegt auf der Förderung junger Menschen. Das hessische Aktionsprogramm Jugend macht Politik wird aus dem ESF Plus kofinanziert und fördert politische Teilhabe von Kindern und Jugendlichen.
Das Programm QuB (Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen) unterstützt benachteiligte Jugendliche am Übergang von der Schule in den Beruf. Für bundesweite Förderung ergänzend empfehlenswert ist Jugend stärken sowie das Elterngeld für Familien in der Lebensphase nach der Geburt.
Häufige Fragen zum ESF Plus Hessen
Wie viel Geld steht für den ESF Plus in Hessen zur Verfügung?
Für den ESF Plus in Hessen stehen in der Förderperiode 2021–2027 insgesamt rund 423 Millionen Euro zur Verfügung. Davon kommen 169 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt, weitere 254 Millionen Euro werden durch nationale (Bundes- und Landes-)Mittel kofinanziert.
Welche spezifischen Ziele verfolgt der ESF Plus in Hessen?
Die für Hessen festgelegten spezifischen Ziele lauten "Gleichberechtigter Zugang zu allgemeiner und beruflicher Bildung" sowie "Aktive Inklusion und Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit". Der ESF Plus in Hessen investiert damit gezielt in Menschen und in die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung.
Was ist das Programm HePAS in Hessen?
HePAS (Hessisches Programm zur Arbeitsmarktintegration und Sozialen Inklusion) ist eine Förderrichtlinie des Hessischen Ministeriums für Soziales, die die Implementierung von Strukturen des Inklusions- und Übergangsmanagements für Menschen mit Behinderung auf dem Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt fördert.
Was ist das Programm QuB in Hessen?
Das Programm "Qualifizierung und Beschäftigung junger Menschen (QuB)" fördert benachteiligte junge Menschen am Übergang von der Schule in den Beruf. Es ermöglicht Jugendlichen, individuelle Qualifizierungswege zu gehen, die reguläre Übergänge in Ausbildung und Arbeit unterstützen.
Wo stelle ich einen Antrag für ESF Plus-Förderung in Hessen?
Die Antragstellung für ESF Plus-Programme in Hessen erfolgt je nach Programm über unterschiedliche Stellen. Zuständig ist in der Regel das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales oder nachgeordnete Behörden. Die Website esf-hessen.de bietet aktuelle Informationen zu Antragsfristen und Förderaufrufen.
Können Kommunen ESF Plus-Förderung in Hessen beantragen?
Ja, Kommunen sind in vielen Hessischen ESF Plus-Programmen antragsberechtigt – oft als Hauptantragsteller oder als Kooperationspartner. Besonders relevant sind Programme zur sozialen Inklusion, zu Jugendhilfe-Schule-Kooperationen und zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit.
