Bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt lohnt es sich, genau hinzuschauen, welches Programm auf dem Antrag steht. Die beiden Wohneigentumsdarlehen heißen ähnlich, kosten aber völlig unterschiedlich viel.
Bemerkenswert ist dabei ein Detail, das man selten in Landesprogrammen findet: Das günstigere der beiden Darlehen kommt ohne Einkommensgrenze aus. Es steht damit auch Haushalten offen, die aus der klassischen sozialen Wohnraumförderung längst herausgewachsen sind.
Die folgenden Abschnitte stellen beide Programme gegenüber, zeigen die Eigenkapitalregeln und den Antragsweg.
Welches Programm ist für mich günstiger?
| Merkmal | IB-Förderdarlehen | IB-Wohneigentumsprogramm |
|---|---|---|
| Darlehen | bis 100.000 Euro plus 25.000 Euro je Kind | 20.000 bis 100.000 Euro |
| Sollzins bei 10 Jahren Zinsbindung | 0,9 Prozent | 4,76 bis 6,76 Prozent |
| Sollzins bei 20 Jahren Zinsbindung | 1,7 Prozent | auf Anfrage |
| Anteil an den Gesamtkosten | nicht gedeckelt | höchstens 40 Prozent |
| Einkommensgrenze | keine | keine |
| Eigenkapital | mindestens 10 Prozent, davon 5 Prozent bar | mindestens 10 Prozent, davon 5 Prozent bar |
| Laufzeit | bis 30 Jahre | bis 30 Jahre |
Was das in Euro bedeutet: Bei 100.000 Euro Darlehen und zehn Jahren Zinsbindung kostet das Förderdarlehen zu 0,9 Prozent rund 900 Euro Zinsen im ersten Jahr. Das Wohneigentumsprogramm zu 4,76 Prozent kostet im selben Zeitraum rund 4.760 Euro. Über zehn Jahre summiert sich der Unterschied auf einen fünfstelligen Betrag.
Kleine Darlehen sind im Wohneigentumsprogramm besonders teuer
Beträge zwischen 20.000 und 45.000 Euro kosten dort 6,76 Prozent, also mehr als eine übliche Baufinanzierung am freien Markt. Für kleinere Summen lohnt der Vergleich mit einem gewöhnlichen Bankdarlehen, bevor der Förderantrag gestellt wird.
Wie funktionieren die Kinderzuschläge?
Beim IB-Förderdarlehen erhöht jedes Kind im Haushalt den Darlehensrahmen um 25.000 Euro, gedeckelt bei insgesamt 75.000 Euro. Aus dem Grundbetrag von 100.000 Euro werden damit:
- Ein Kind: bis 125.000 Euro
- Zwei Kinder: bis 150.000 Euro
- Drei oder mehr Kinder: bis 175.000 Euro
- Der Zuschlag ist an keine Einkommensgrenze gebunden
Wie viel Eigenkapital brauche ich?
Mindestens 10 Prozent der Gesamtkosten. Davon müssen mindestens 5 Prozent als tatsächliches Bargeld vorhanden sein. Die übrigen 5 Prozent dürfen durch nachgewiesene Eigenleistung ersetzt werden, also durch dokumentierte Eigenarbeit am Bau.
Eigenleistung will belegt sein
Nachgewiesene Eigenleistung heißt: Stundenaufstellung, Materialbelege und eine nachvollziehbare Bewertung der Arbeiten. Eine pauschale Behauptung, man baue vieles selbst, reicht der IB nicht.
Im IB-Wohneigentumsprogramm kommt hinzu, dass weitere 40 Prozent der Gesamtkosten über ein Hausbankdarlehen abgedeckt sein müssen. Das Landesdarlehen selbst deckt höchstens 40 Prozent.
Welche Vorhaben werden gefördert?
- Neuschaffung von Eigenheimen und Eigentumswohnungen zur Selbstnutzung
- Ersterwerb neu gebauter Objekte
- Erwerb bestehender Wohnimmobilien zur Selbstnutzung
- Modernisierung selbstgenutzter Bestandsimmobilien
Für die energetische Seite der Modernisierung greifen zusätzlich die Bundeszuschüsse. Seit der Reform zum 21. Juli 2026 gelten 30 Prozent Grundförderung beim Heizungstausch auf förderfähige Ausgaben bis 28.000 Euro, dazu 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus und je nach Einkommen bis zu 40 Prozent Einkommensbonus, gedeckelt bei 70 beziehungsweise 80 Prozent. Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle liegen seither bei 15 statt 20 Prozent.
Wie beantrage ich die Förderung?
- 1
Das richtige Programm wählen
Zwischen IB-Förderdarlehen und IB-Wohneigentumsprogramm liegen fast vier Prozentpunkte Zins. Klären Sie zuerst mit der IB, ob Ihr Vorhaben unter das Förderdarlehen fällt, bevor Sie sich mit dem allgemeinen Programm befassen.
- 2
Eigenkapital nachweisen
Verlangt werden mindestens 10 Prozent der Gesamtkosten, davon mindestens 5 Prozent als tatsächliches Bargeld. Die übrigen 5 Prozent dürfen durch nachgewiesene Eigenleistung ersetzt werden, etwa durch dokumentierte Eigenarbeit am Bau.
- 3
Kinderzuschläge einrechnen
Beim IB-Förderdarlehen erhöht jedes Kind im Haushalt den Rahmen um 25.000 Euro, gedeckelt bei 75.000 Euro. Bei drei Kindern sind damit 175.000 Euro erreichbar, ohne dass eine Einkommensgrenze greift.
- 4
Antrag bei der IB einreichen
Der Antrag geht an die Investitionsbank Sachsen-Anhalt in Magdeburg. Der Zinssatz richtet sich nach dem am Zusagetag gültigen Programm, oder nach dem niedrigeren Satz vom Tag der vollständigen Antragstellung, falls dieser günstiger war.
- 5
Zusage vor Vertragsabschluss abwarten
Die Auszahlung ist an die Unterzeichnung des Kaufvertrags beziehungsweise den Baubeginn gekoppelt. Die schriftliche Zusage muss davor vorliegen, sonst entfällt die Förderung.
Der Antragstag kann den Zins retten
Die IB rechnet mit dem am Zusagetag gültigen Zinssatz oder mit dem niedrigeren Satz vom Tag der vollständigen Antragstellung, je nachdem, was günstiger ist. Ein vollständig eingereichter Antrag sichert also den aktuellen Zins nach unten ab, auch wenn die Zusage erst Wochen später kommt.

Woran Anträge scheitern
- Das Eigenkapital erreicht die 10-Prozent-Schwelle nicht, oder der Baranteil liegt unter 5 Prozent.
- Die Eigenleistung ist nicht nachvollziehbar dokumentiert.
- Der Kaufvertrag wurde vor der Zusage unterschrieben.
- Beim IB-Wohneigentumsprogramm fehlt das ergänzende Hausbankdarlehen über 40 Prozent der Kosten.
- Die Immobilie wird nicht selbst genutzt.
Häufige Fragen zur IB-Wohneigentumsförderung
Welche Wohneigentumsprogramme bietet die IB Sachsen-Anhalt?
Zwei, und sie unterscheiden sich erheblich. Das IB-Förderdarlehen richtet sich an Familien und liegt bei 0,9 Prozent Sollzins mit zehnjähriger Zinsbindung. Das IB-Wohneigentumsprogramm ist das allgemeine Programm und kostet je nach Darlehenshöhe 4,76 bis 6,76 Prozent. Wer die Voraussetzungen des Förderdarlehens erfüllt, sollte dieses nehmen.
Wie hoch ist das IB-Förderdarlehen für Familien?
Bis zu 100.000 Euro Grundbetrag. Je Kind im Haushalt kommen 25.000 Euro dazu, höchstens 75.000 Euro. Eine Familie mit drei Kindern kommt damit auf bis zu 175.000 Euro. Der Sollzins liegt bei 0,9 Prozent mit zehnjähriger und 1,7 Prozent mit zwanzigjähriger Zinsbindung, die Laufzeit bei bis zu 30 Jahren.
Gibt es Einkommensgrenzen?
Beim IB-Förderdarlehen nicht. Das ist ungewöhnlich für ein Landesprogramm und macht es auch für Haushalte interessant, die aus anderen Landesförderungen herausfallen. Verlangt wird stattdessen Eigenkapital: mindestens 10 Prozent der Gesamtkosten, davon mindestens 5 Prozent in bar. Der Rest kann durch nachgewiesene Eigenleistung ersetzt werden.
Wie hoch ist das IB-Wohneigentumsprogramm?
Zwischen 20.000 und 100.000 Euro, höchstens 40 Prozent der Gesamtkosten. Weitere 40 Prozent müssen über ein Hausbankdarlehen finanziert werden. Die Zinssätze mit Stand 28. April 2026 reichen von 4,76 Prozent bei Darlehen zwischen 65.000 und 100.000 Euro bis 6,76 Prozent bei Beträgen zwischen 20.000 und 45.000 Euro.
Welche Vorhaben werden gefördert?
Die Neuschaffung und der Ersterwerb von Eigenheimen und Eigentumswohnungen zur Selbstnutzung sowie der Erwerb und die Modernisierung von Bestandsimmobilien zur Selbstnutzung. Damit deckt die IB alle Phasen der Eigentumsbildung ab, vom Neubau bis zur Sanierung des gekauften Altbaus.
Wo stelle ich den Antrag?
Bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt in Magdeburg. Die IB betreibt eine kostenfreie Hotline unter 0800 56 007 57 und stellt Checklisten und Finanzierungspläne zum Download bereit. Die Auszahlung erfolgt bei Unterzeichnung des Kaufvertrags beziehungsweise bei Baubeginn, die Zusage muss vorher vorliegen.
Verwandte Förderungen
Verwendete Quellen
- Investitionsbank Sachsen-Anhalt: IB-Wohneigentumsprogramm
- Investitionsbank Sachsen-Anhalt: Immobilien und Wohnen
- Förderdatenbank des Bundes: IB-Wohneigentumsprogramm
Zinsangaben mit Stand 28. April 2026. Förderzinsen ändern sich laufend, verbindlich ist die Konditionenübersicht der Investitionsbank Sachsen-Anhalt beziehungsweise die Auskunft unter 0800 56 007 57.
